Vorarlberger Autobahn - Asfinag entschärft Anschlüsse im Rheintal
Wien/Bregenz (APA) - Die Straßenbaugesellschaft Asfinag rechnet im Bereich des viel befahrenen Autobahnabschnitts um Dornbirn-Nord mit einem...
Wien/Bregenz (APA) - Die Straßenbaugesellschaft Asfinag rechnet im Bereich des viel befahrenen Autobahnabschnitts um Dornbirn-Nord mit einem jährlichen Verkehrszuwachs von drei bis vier Prozent. Bereits heute werden dort bis zu 60.000 Kfz pro Tag gezählt. Eine Sicherheitsüberprüfung und Maßnahmen an den Anschlussstellen sollen die Verkehrssicherheit erhöhen, sagte Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele.
Im gesamten höherrangigen Straßennetz in Vorarlberg sind durchschnittlich 50.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, jährlich wächst ihre Zahl um zwei Prozent. Zwischen Dornbirn-Nord und Bregenz, wo wegen zahlreicher Pendler und der Lkw-Fahrten um den Güterbahnhof Wolfurt besonders viel Verkehr herrscht, gehe man sogar von einem jährlichen Plus zwischen drei und vier Prozent aus. Damit sei die Autobahn im Rheintal ähnlich stark befahren wie Industriegebiete um Linz oder Wien, so Siegele gegenüber der APA. Das sei vor allem der guten wirtschaftlichen Situation Vorarlbergs geschuldet. Bereits derzeit weiche man für Arbeiten an der Strecke nach Möglichkeit in die Nacht aus, weil man tagsüber sonst Staus provoziere.
Stockender Verkehr und Auffahrunfälle, vor allem bei den Anschlüssen um Dornbirn-Nord, gehören auf der Rheintalautobahn zur Tagesordnung. Derzeit untersuchen externe Fachleute die Situation vom Knoten Bregenz bis zum Anschluss Hohenems im Rahmen einer „Road Safety Inspection“ der Asfinag. Bis Ende Mai soll das Gutachten fertig sein. Die Experten befahren dabei die Strecke bei Tag, bei Nacht sowie bei Schlechtwetter und erarbeiten aus Kundenperspektive Vorschläge. Das könne etwa zu verbesserten Beschilderungen oder Markierungen führen, erläuterte Siegele.
Die Vorarlberger Polizei fordert angesichts der Staus seit längerem eine Verkehrsbeeinflussungsanlage, erst im Februar bat die Exekutive in einem Schreiben an Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) dafür um Unterstützung. Dem steht die Asfinag abwartend gegenüber. Es gebe bisher keine auffallende Unfallhäufung und man müsse als mit öffentlichen Geldern hantierendes Unternehmen bei einer mehrere Millionen Euro teuren Anlage die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Die Anlage sei zudem kein Allheilmittel. „Wir werden die Situation aber regelmäßig evaluieren“, versprach der Geschäftsführer.
Laut Angaben der Landespolizeidirektion ereigneten sich 2017 im Autobahnabschnitt zwischen der deutschen Grenze bis Feldkirch 328 Unfälle, davon 283 Sachschadenunfälle, was in etwa dem Vorjahr entspricht. 74 Personen kamen bei 45 Verletztenunfällen zu Schaden, eine Person starb. 2018 waren es seit Jahresanfang (Stand: 19. April) 118 Unfälle, davon 103 mit Sachschaden. 22 Personen wurden bisher verletzt. „Ein großer Teil ist auf Auffahrunfälle durch Unachtsamkeit, zu hohe Geschwindigkeit oder zu geringen Abstand zurückzuführen“, so die Polizei. Dadurch komme es zu Staus und immer wieder zu Nachfolgeunfällen. Der wachsende Verkehr und die Stoßzeiten trügen ihren Teil bei.
Die derzeitige Gegenstrategie der Asfinag bestehe zunächst einmal vor allem darin, die Anschlussstellen zu verbessern, erklärte dazu Asfinag-Geschäftsführer Siegele. Eine Entlastung erhoffe man sich etwa vom Umbau der Anschlussstelle Hohenems, von Veränderungen am Kreisverkehr Dornbirn-Nord, die für kommendes Jahr geplant seien, sowie der bis 2020 entstehenden neuen Anschlussstelle Rheintal-Mitte.
Von einer Stadtautobahn sei man in Vorarlberg von den Verkehrszahlen her jedenfalls noch weit entfernt. „Man muss aber schon sagen, dass das Rheintal immer mehr zusammenwächst und sich stark entwickelt“, betonte Siegele. Bis 2030 werde man voraussichtlich ohne den Ausbau einer dritten Spur zwischen Wolfurt und Dornbirn-Nord auskommen. Verändertes Verkehrsverhalten, multimodaler Verkehr und Entwicklungen wie automatisiertes Fahren stellten die Asfinag zukünftig vor große Herausforderungen.
~ WEB http://www.asfinag.at ~ APA046 2018-04-27/07:01
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