Tirol

Schulpartner in Landeck und Imst steuern auf Erfolgskurs

Die Lehrlinge Gregor Pedevilla und Tobias Unterrainer (v.?l.) präsentierten mit Daniel Rott und Matthias Dorigatti (v.?r.) von der LLA Imst die Kooperation beider Schulen. LH Günther Platter (Mitte) war begeistert.
© Reichle

Die Kooperation der Berufsschule Landeck und der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst hat sich bewährt.

Von Matthias Reichle

Landeck, Imst –„Dann steht ein Koch im Stall und versucht, eine Kuh zu melken“, Günther Schwazer, Direktor der Fachberufsschule für Tourismus und Handel Landeck, brachte die Kooperation, die er im vergangenen Herbst mit der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst geschlossen hat, in einem Satz auf den Punkt.

Was zunächst komisch klingt, hatte ein ganz spezielles Ziel. Die Lehrlinge und Schüler sollten über den Tellerrand ihrer Branche hinausschauen. So folgten auch Gegenbesuche der „Landwirtschaftlichen“, bei denen die Jungbauern gefordert waren, aus ihren Produkten schmackhafte Gerichte zu zaubern.

Die Zusammenarbeit wurden zu drei Themenschwerpunkten organisiert: Milch und Milchprodukte, Fleisch sowie Kräuter. Nun war es Zeit, Bilanz zu ziehen, und auch das ein oder andere Lob zu kassieren. Landeshauptmann Günther Platter ließ sich das Projekt von den Schülern selbst erklären und war erfreut, „dass man neue Wege geht“. Denn wie er betonte: „Tourismus und Landwirtschaft sind Geschwister. Wenn es ein Problem in der Landwirtschaft gibt, werden wir im Tourismus keinen Erfolg haben.“ Es werde damit bereits in der Schule vermittelt, wie wichtig es ist, mit regionalen Erzeugnissen zu arbeiten. „Wenn ich sehe, wie das Produkt, mit dem ich arbeite, hergestellt wird, dann bekomme ich eine Beziehung dazu“, erklärt der Lehrlingskoordinator des Landes, Roland Teissl, den Sinn hinter der Kooperation, die so oder ähnlich auch an anderen Ausbildungsstätten forciert werden soll. Er glaubt auch, dass es Sinn macht, Tourismuslehrlinge in einer Sennerei oder Bäckerei schnuppern zu lassen.

Für die Schüler und Lehrlinge sei es eine Bereicherung gewesen. Ziel war auch, dass dadurch Netzwerke entstehen. „Wir Landwirte sollen unseren Horizont erweitern und nicht immer die gleiche Schiene gehen“, betonte etwa Matthias Dorigatti aus Obsteig, der derzeit in die LLA Imst besucht. Begeistert war auch Lehrling Gregor Pedevilla aus Neustift im Stubaital: „Man sieht, wie die Kräuter angebaut werden, die wir für Desserts oder ein Kräutersüppchen nutzen.“ Für ihn sei wichtig, regional und saisonal zu kochen.

Zwischen der Berufsschule Landeck und der LLA Imst soll die Kooperation jedenfalls weitergehen, versicherte LLA-Direktor Josef Gstrein. Es wird sogar auf Themen wie Obst, Honig und Getreide ausgeweitet. Darüber hinaus sollen künftig nicht nur Tourismuslehrlinge in den Genuss dieses Austauschs kommen, sondern auch die Handelslehrlinge, wie Schwazer ergänzt.