Bezirk Landeck

Blütenpracht stimmt Obstbauern im Oberland optimistisch

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Nach dem verheerenden April-Frost 2017 in Prutz und Stanz sind die Vorzeichen für eine gute Marillen- und Zwetschkenernte heuer günstig.

Von Helmut Wenzel

Prutz, Stanz bei Landeck –„Mir ist weder fad, noch bin ich unterbeschäftigt“, bemerkt „Turabauer“ Gerhard Maaß, der in Prutz mit 12.000 Bäumen vermutlich Österreichs größte Marillenplantage betreibt. Dieser Tage – und noch einige Wochen – ist Maaß mit dem Baumschnitt beschäftigt. „Dürre Äste müssen weg. Und davon gibt es nicht wenige.“ Vier Jahre in Folge musste er Ernte-Einbußen in Kauf nehmen. Voriges Jahr war es am schlimmsten. Trotz Frostschutzberegnung vernichtete der Wintereinbruch Ende April die Blüte und damit die Ernte praktisch zu 100 Prozent.

Doch heuer sehen die klimatischen Vorzeichen ganz anders aus. „Der Winter mit den tiefen Jännertemperaturen war ideal“, schildert der Marillenkaiser und Edelbrenner. „Viele Schädlinge sind erfroren. Im März hat der Boden das Schmelzwasser gut aufgenommen.“ Die jüngste Blüte lasse eine gute Ernte erwarten. „Nach vier Jahren Pause würden wir gerne wieder den Handel beliefern. Vorausgesetzt, wir bleiben vom Hagel verschont.“

Im Brennereidorf Stanz zeigten sich in den vergangenen Tagen mehr als 20.000 Zwetschkenbäume in voller Blütenpracht. „Das schlägt sich auch positiv auf die Stimmung im Dorf nieder“, weiß Stefan Nothdurfter, Obmann der Genussregion Stanzer Zwetschke. Er wertet das bisherige Klima in diesem Jahr ebenfalls als optimal für den Obstbau. „Eine gute Blüte ist bei uns schon die halbe Miete“, sagt er. Apropos Blüte: Dank zahlreicher aktiver Imker hätten die Bienenvölker den Job der Bestäubung „wie besessen“ erledigt. „Zwetschke mögen sie lieber als zum Beispiel Birne“, so die Wahrnehmung von Nothdurfter.

Noch sind die dunkelblauen zuckersüßen Früchte keinesfalls im Trockenen. Der größte Feind, der jetzt noch zuschlagen könnte, ist auch in Stanz der Hagel. Nothdurfters Empfehlung, eine Versicherung gegen Frost- und Hagelschäden abzuschließen, hätten inzwischen alle größeren Obstbauern der Genussregion befolgt. „Wobei die Versicherung nie einen kompletten Ernteschaden ersetzt. Versichern ist dennoch sinnvoll. Weil das finanzielle Risiko abgefedert werden kann“, hebt der Obmann hervor.

Nach der jüngsten Zwetschkenblüte im Brennereidorf Stanz ist die Stimmung unter den Obstbauern wieder deutlich gestiegen.
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