UN-Hochkommissar für Menschenrechte kritisiert Israel scharf
Genf (APA/dpa) - Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel übermäßige Gewalt bei den Protesten der Palästinenser an der Grenze zum Gaza...
Genf (APA/dpa) - Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel übermäßige Gewalt bei den Protesten der Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen vor. In den vergangenen vier Wochen seien 42 Palästinenser ums Leben gekommen, berichtete das Büro am Freitag in Genf.
Mehr als 5500 seien verletzt worden, darunter 1739 durch Schüsse der israelischen Sicherheitskräfte. Vier Kinder seien erschossen worden, drei davon durch Kugeln in den Kopf oder den Hals.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Raad al-Hussein, warnte Israel, sein Einsatz könnte das humanitäre Völkerrecht verletzten. Sicherheitskräfte dürften nur im äußersten Notfall tödliche Gewalt anwenden, wenn sie selbst in Lebensgefahr seien oder das Risiko schwerer Verletzungen hoch sei.
„Es ist schwer nachzuvollziehen, warum das Verbrennen von Autoreifen oder Steinewerfen oder sogar das Werfen von Molotow-Cocktails aus großer Distanz in Richtung schwer geschützter Sicherheitskräfte an einer Verteidigungslinie eine solche Bedrohung darstellen soll“, teilte das Büro mit. „Übermäßige Gewalt gegen jeden Demonstranten ist verwerflich, aber Kinder stehen unter besonderem Schutz des internationalen Rechts“, sagte Zeid. Die Frage sei, ob die Einsatzregeln der Sicherheitskräfte internationales Recht verletzten oder ob die Beteiligten sich an die Regeln halten.
Israelische Armeesprecher haben mehrfach gesagt, die an der Grenze positionierten Scharfschützen hätten klare Anweisungen, erst nach mehreren Warnungen zu schießen und auch dann nur auf die Beine.
~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA288 2018-04-27/12:18
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