Streit um Professur für Leiter der tschechischen Nationalgalerie
Prag (APA/dpa) - Seit drei Jahren weigert sich der tschechische Präsident Milos Zeman, den Direktor der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, ...
Prag (APA/dpa) - Seit drei Jahren weigert sich der tschechische Präsident Milos Zeman, den Direktor der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, zum Professor für Kunstgeschichte zu ernennen. Nun entschied ein Gericht, dass der Präsident seine Kompetenzen überschritten habe, wie die Agentur CTK am Freitag berichtete.
„Das ist ein unzulässiger Eingriff in die Autonomie der Hochschulen“, hieß es als Begründung. Geklagt hatten Fajt und die im Jahr 1348 gegründete Prager Karls-Universität. Professoren werden in Tschechien in einer feierlichen Zeremonie vom Präsidenten ernannt.
Zeman hatte seine Entscheidung damit begründet, dass Fajt angeblich bei Verhandlungen über einen Sponsoringvertrag einen Teil des Geldes als Zuschlag zu seinem Gehalt gefordert habe. Fajt wies den Vorwurf als konstruiert zurück und veröffentlichte daraufhin die Höhe seines Gehalts, das einschließlich Bonuszahlungen bei umgerechnet 3.300 Euro monatlich liege. Im internationalen Vergleich sei das wenig.
Fajt hatte sich im Jahr 2009 mit einer Arbeit über den Nürnberger Maler Sebald Weinschröter an der Technischen Universität Berlin und ein zweites Mal 2012 an der Karls-Universität habilitiert. Gegen das Urteil kann das tschechische Präsidialamt Einspruch vor dem Obersten Verwaltungsgericht einlegen, was aber keine aufschiebende Wirkung hat.