Bezirk Kufstein

Vorgaben für Neubau der Südtiroler Siedlung in Kufstein

Die fünf Baustufen der Südtiroler Siedlung in Kufstein. Die Baustufe 1 ist bald fertig, die Baustufe 2 in der Merane­r Straße steht kurz vor Baubeginn. In 15 Jahren werden 360 Wohnungen geschaffen.
© Michael Mader

Der Kufsteiner Gemeinderat segnete die städtebaulichen Rahmenbedingungen für den Wettbewerb der 360 Wohnungen ab.

Von Michael Mader

Kufstein –Wie auch in Wörgl entsteht in Kufstein durch die Neue Heimat Tirol (NHT) mit dem Neubau der in den 1940er-Jahren errichteten Südtiroler Siedlung sozusagen ein neuer Stadtteil. Ein dementsprechendes Augenmerk legen die Gemeinden deshalb auf die Gestaltung.

In Kufstein hat die Firma Terra Cognita nun die städtebaulichen Rahmenbedingungen für den städtebaulichen Wettbewerb erstellt und vom Gemeinderat einstimmig absegnen lassen. Dem war ein längerer Diskussionsprozess vorangegangen. Unter anderem hat sich eine Projektgruppe damit befasst, was in die bevorstehende Umgestaltung einfließen soll. In der Projektgruppe waren Bürgermeister Martin Krumschnabel, Stadtrat Stefan Hohenauer sowie Vertreter der Neuen Heimat Tirol und des Bauamtes vertreten. „Weiters wurden die Anwohner im Vorfeld durch die NHT mit mehreren so genannten Hoagascht-Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten“, berichtet Krumschnabel.

Durch die baldige Fertigstellung der Baustufe 1 und kurz vor dem bevorstehenden Baubeginn der Baustufe 2 in der Meraner Straße würden ausreichend Ausweichquartiere zur Umsiedlung der Mieter zur Verfügung stehen.

Wie die geschäftsführende Eigentümerin von Terra Cog­nita, Claudia Schönegger, dem Gemeinderat mitteilte, sei das übergeordnete Ziel der Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität für die Bewohner in den Wohnungen und im Wohnumfeld. Die Qualität könne bereits in der Planung sichergestellt werden, wenn es unter anderem Vorgaben der Baudichten, der Höhen der neuen Baukörper, sozialen Einrichtungen und Dienstleistungsangebote sowie Freiräume, Grünflächen und Spielflächen gebe.

Zudem soll es einen nachfrageorientierten Wohnungsmix mit 50 Prozent Zweizimmerwohnungen, 40 Prozent Dreizimmerwohnungen und 10 Prozent Vierzimmerwohnungen geben. „Variable Grundrisse sorgen für neues, leistbares Wohnen. Es soll auch einen Standort für altersgerechtes Wohnen für ca. 60 Bewohner geben“, erklärt Schönegger.

Die Südtiroler Siedlung darf aber in die Höhe wachsen: Besteht sie derzeit oftmals aus einem Erdgeschoß und einem Obergeschoß, sind künftig ein Erdgeschoß mit zwei bis maximal drei Obergeschoßen möglich. Platz soll es auch in Zukunft für die Kinderkrippe, den Kindergarten und die Schule der Waldorfpädagogik geben, in den Erdgeschoßen in den Kreuzungsbereichen der Meraner Straße und der Stuttgarter Straße wären Handels- und Dienstleistungsgeschäfte möglich. Geplant sind weiters ein Quartierstreff und ein Jugendtreff, beide mit mindestens jeweils 150 Quadratmetern.

Wie schon jetzt wird es auch in Zukunft viel Grün geben. Allee und Einzelbäume sollen erhalten bleiben – über alle Baustufen soll der Frei- und Grünanteil ca. 55 Prozent betragen. Angedacht sind Kleinkindspielflächen, aber auch eine mindestens 350 Quadratmeter große Jugend­spielfläche. Noch geprüft wird die Möglichkeit einer Hundespielwiese.

Gearbeitet wird zudem an einem Verkehrs- und Mobilitätskonzept, geplant sind Tiefgaragen sowie Fuß- und Radwege durch die Südtiroler Siedlung.