Verkehrsreferenten tagten zu Mobilität und Breitspurbahn
Frauenkirchen (APA) - Die Verkehrsreferenten der Länder haben bei ihrer Tagung am Freitag in Frauenkirchen 18 einstimmige Beschlüsse gefasst...
Frauenkirchen (APA) - Die Verkehrsreferenten der Länder haben bei ihrer Tagung am Freitag in Frauenkirchen 18 einstimmige Beschlüsse gefasst. Wichtige Themen waren umweltfreundliche Mobilität, die Verlängerung der Breitspurbahn nach Österreich und der Micro-Öffentliche Verkehr (ÖV), berichtete Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) im Anschluss an das Treffen.
In Sachen Breitspur-Eisenbahn herrsche Einigkeit darüber, die Bedenken der Bevölkerung, der Gemeinden und der NGO zu beachten, sagte Niessl. „Klar ist, dass umfassend informiert wird und alle Fakten auf den Tisch kommen.“ Zur Förderung der E-Mobilität werde es Konzepte geben, auch Überlegungen, „in welcher Form öffentliche Gelder eingesetzt werden“.
„Auch, wenn die Breitspurbahn nicht bei uns enden würde an der Grenze, würden Verkehrsströme, wo Schiffe an Häfen anlegen und dann die Fracht auf Lkw verladen wird, durch Österreich laufen. Aber dann als Transit“, argumentierte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ).
Mobilität, Güter- und Personenverkehr werde man nicht mit der Straße bewältigen können. „Wir müssen viel mehr auf die Schiene verlagern“, meinte Hofer. Deswegen würden in den kommenden fünf Jahren 13,9 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur investiert. Die Ausgaben für die Schiene würden von 2017 auf 2021 um 50 Prozent steigen. 2021 sei mit 2,6 Mrd. Euro „das Rekordjahr“. Weiters investiere man rund 850 Millionen Euro in den Güterverkehr.
2026 werde man die Strecke von Wien nach Klagenfurt in 2 Stunden 40 Minuten und jene von Klagenfurt nach Graz in 40 Minuten bewältigen, erwartet Hofer. Im Ministerium wolle man bei den Forschungsmitteln „technologieneutral“ investieren: „Das heißt, nicht die Politik entscheidet, welche Technik sich durchsetzen wird, sondern die Forschung und die Wissenschaft.“
Viel Potenzial sahen die Verkehrsreferenten im Radverkehr: Alle seien sich einig, dass dieser im Alltag einen noch größeren Stellenwert haben solle, meinte Niessl. Während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft werde es in Salzburg einen „Radfahrgipfel“ geben, um mit Experten Maßnahmen zu diskutieren, welche Radfahren noch attraktiver machen.
Neuerlich diskutiert wurde über ein österreichweit einheitliches Öffi-Ticket. „Ich denke, dass es machbar ist, wenn alle Länder mitarbeiten und an einem Strang ziehen. Es wäre ein großer gemeinsamer Erfolg“, betonte Hofer. Die Verkehrsreferenten der Länder hätten ihre Zustimmung signalisiert, dieses Vorhaben weiter voranzutreiben.