Teil des Verkaufserlöses von Venezuelas Kryptowährung an Zentralbank

Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Regierung will eine Milliarde Dollar aus dem Verkauf ihrer Kryptowährung Petro in die Stabilisierung des maro...

Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Regierung will eine Milliarde Dollar aus dem Verkauf ihrer Kryptowährung Petro in die Stabilisierung des maroden Staatshaushalts stecken. Der im Februar gestartete Verkauf der venezolanischen Kryptowährung habe insgesamt 3,3 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) in die Staatskasse gespült, erklärte der sozialistische Staatschef Nicolás Maduro am Donnerstagabend (Ortszeit) in Caracas.

Von diesen Einnahmen würden 1,7 Milliarden Dollar für die Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten sowie von Rohstoffen für die Industrie bereitgestellt, erläuterte Maduro. Vom Rest solle ein Milliarde Dollar an die venezolanische Zentralbank gehen. Das Geld soll die kärglichen Reserven des südamerikanischen Landes aufstocken, das seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise steckt.

Derzeit belaufen sich die Reserven auf 9,7 Milliarden Dollar, im Laufe dieses Jahres muss Venezuela aber noch rund acht Milliarden Dollar an Krediten zurückzahlen. Nach Einschätzung mancher Experten belaufen sich die Auslandsschulden des Landes insgesamt auf rund 150 Milliarden Dollar. Venezuela steht daher massiv unter Druck umzuschulden.

Der wirtschaftliche Niedergang des Landes hängt eng mit dem stark gesunkenen Ölpreis zusammen. 96 Prozent der Devisen des Landes kommen aus dem Verkauf des Energieträgers. Durch die Wirtschaftskrise ist der Import von Lebensmitteln und Medikamenten in Venezuela zum Erliegen gekommen. Der Schwarzmarkt blüht und die Inflation liegt laut Internationalem Währungsfonds (IWF) derzeit bei 13.000 Prozent.