Salzburg-Wahl: ÖVP jetzt wieder ganz dominant
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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS APA446 vom 22.04.2018 ist entsprechend dem amtlichen Endergebnis anzupassen. --------------------------------------------------------------------- ~ Salzburg (APA) - Nach der Landtagswahl vom Sonntag ist Salzburg jetzt wieder richtig „schwarz“: Die ÖVP baute ihren 2013 von der SPÖ zurückgeholten Platz 1 deutlich aus - und liegt so weit vor der SPÖ wie nie zuvor. Die SPÖ konnte trotz Verlusten Platz 2 vor der FPÖ verteidigen. Die Grünen stürzten nach ihrem Ausreißer-Ergebnis aus 2013 ab. Sie bleiben zwar im Landtag, aber Schwarz-Grün hat keine Mehrheit.
Damit wird die ÖVP-Grün-Koalition wohl nicht fortgesetzt. Mit wem ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer künftig regieren wird, ist offen. Die SPÖ würde gerne in die Regierung zurückkehren und die FPÖ wäre gerne erstmals Koalitionspartner der Schwarzen im Lande. Seit Abschaffung des Proporzes 1998 gab es nur schwarz-rote, rot-schwarze und zuletzt die schwarz-grüne Koalition.
Schwarzes „Kernland“ war Salzburg aber nie; so gelang es der ÖVP dort nur zweimal (1945 und 1984), bei Landtagswahlen die absolute Mehrheit zu erobern. Bei der Wahl im Jahr 1969 - als im Bund die ÖVP-Alleinregierung am Ruder war - lag die SPÖ fast schon gleichauf mit der ÖVP. 2004 gelang es den Roten unter der schwarz-blauen Bundesregierung, die intern zerstrittene ÖVP mit ihrem geschwächten Chef LH Franz Schausberger zu überholen.
2013 schaffte die Volkspartei wieder die Wende: Sie wurde erneut stärkste Kraft im Land, allerdings mit dem deutlich schlechtesten Ergebnis der Nachkriegsgeschichte: lediglich 29 Prozent bedeuteten ein Minus von 7,5 Prozentpunkten zur Wahl 2009. Die machte Haslauer mit seinen 8,77 Prozentpunkten Plus heuer mehr als wett. Und die ÖVP liegt jetzt um 17,75 Prozentpunkte vor der SPÖ, das ist noch ein bisschen mehr als die bisher größte Distanz im Jahr 1945 (17,16 Prozentpunkte).
Die SPÖ profitierte 2004 auch vom Einbruch der FPÖ, die damals ebenfalls der Bundesregierung angehörte und auf ihren historischen Tiefstwert fiel. Den konnte sie fünf Jahre später allerdings mit 13,02 Prozent wieder weit hinter sich lassen - was vor allem für die SPÖ Stimmeinbußen bedeutete. So hatte sich der Abstand zwischen SPÖ und ÖVP 2009 schon wieder auf 2,82 Prozentpunkte verringert, ehe die Machtverhältnisse im Sog des Finanzskandals 2013 überhaupt wieder kippten.
Noch näher, auf nur 1,19 Prozentpunkte, kam die FPÖ der SPÖ bei der jetzigen Wahl. Aber die SPÖ konnte Platz 2 halten - obwohl sie ihren historischen Tiefstwert aus 2013 noch einmal unterbot und nur mehr 20,03 Prozent holte. Der FPÖ gelang nur ein schwacher Zuwachs auf 18,84 Prozent. Dies lag vor allem an der Konkurrenz durch eines ihrer „Urgesteine“: Der langjährige Parteichef Karl Schnell trat nach seinem Zerwürfnis mit der FPÖ mit einer eigenen Liste an. Er scheiterte zwar an der Fünf-Prozent-Hürde, holte aber immerhin 4,54 Prozent.
Die Grünen legten in Salzburg die sprichwörtliche Fahrt mit der Hoch- und Tiefschaubahn hin: Nach eher mageren drei Wahlen ohne Klubstatus bescherte ihnen die Finanzskandal-Wahl 2013 das Ausreißerergebnis von 20,18 Prozent - so viel wie nie zuvor Grüne in Bund oder Land holten. Und heuer, nach dem Rauswurf aus dem Nationalrat im Oktober 2017, stürzten sie steil auf nur mehr 9,31 Prozent ab.
Das Team Stronach - das 2013 eingezogen war - trat heuer nicht mehr an. Dafür wurden die NEOS auf Anhieb in den Landtag gewählt. Und damit werden künftig weiterhin fünf Parteien im Chiemseehof sitzen.
Ergebnisse der Landtagswahlen in Salzburg seit 1945:
~ Jahr ÖVP SPÖ FPÖ Grüne Sonstige Wahlber. Stimmen Stimmen Stimmen Stimmen Stimmen Gültige Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Beteil. Mand. Mand. Mand. Mand. Mand. __________________________________________________________ 25.11.1945 142.707 71.666 49.995 - - 4.795 126.456 56,67 39,54 3,79
89,9 15 10 1
9.10.1949 186.665 74.257 57.139 31.553 - 7.209 170.158 43,64 33,58 18,54 4,24
93,0 12 9 5 -
17.10.1954 197.511 79.391 66.019 22.787 - 4.706 172.903 45,92 38,18 13,18 2,72
89,6 1) 15 13 4 -
10.5.1959 214.991 82.942 73.999 30.915 - 3.853 191.709 43,26 38,60 16,13 2,01
90,9 14 13 5 -
26.4.1964 232.355 90.206 82.177 23.788 - 4.746 200.917 44,90 40,90 11,84 2,36
87,3 15 13 4 -
23.3.1969 254.296 86.439 85.775 38.202 - 1.836 212.252 40,72 40,41 18,00 0,87
84,3 13 13 6 -
31.3.1974 267.089 103.991 79.771 34.099 - 2.569 220.430 47,18 36,19 15,47 1,17
83,4 2) 18 13 5 -
25.3.1979 283.202 105.073 90.449 30.703 - 5.202 231.427 45,40 39,08 13,27 2,25
82,4 17 14 5 -
25.3.1984 304.133 121.183 84.729 21.095 10.304 4.310 241.621 50,15 35,07 8,73 4,26 1,78
80,6 19 13 4 - -
12.3.1989 326.979 108.456 77.081 40.375 15.171 5.583 246.666 43,97 31,25 16,37 6,15 2,26
77,8 16 12 6 2 -
13.3.1994 346.626 98.676 69.146 49.827 18.590 19.399 255.638 38,60 27,05 19,49 7,27 7,59
75,4 14 11 8 3 -
7.3.1999 352.867 97.890 81.704 49.457 13.610 9.944 252.605 38,75 32,34 19,58 5,39 3,94
74,1 15 12 7 2 -
7.3.2004 365.589 104.723 125.382 24.007 22.080 - 276.192 37,92 45,40 8,69 7,99
77,3 14 17 3 2
1.3.2009 BZÖ 386.068 103.385 111.485 36.845 20.843 10.477 283.035 36,53 39,39 13,02 7,36 3,70
74,4 14 15 5 2
5.5.2013 TS 389.789 77.312 63.460 45.387 53.779 22.217 266.490 29,01 23,81 17,03 20,18 8,34
71,0 11 9 6 7 3
22.4.2018 NEOS 390.091 94.642 50.175 47.194 23.337 18.225 250.539 37,78 20,03 18,84 9,31 7,27 64,96 15 8 7 3 3
1) Zahl der Mandate von 26 auf 32 aufgestockt 2) Zahl der Mandate von 34 auf 36 aufgestockt
Die FPÖ hieß: 1949: WDU Wahlpartei der Unabhängigen 1954: VdU Verband der Unabhängigen
Die Grünen hießen: 1984: GABL Grün-Alternative-Bürgerliste Salzburg 1989: Bürgerliste Salzburg-Land, Grüne 1994: Bürgerliste
Sonstige Listen waren: 1945: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs (1 Mandat) 1949: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
4. Partei
DU Demokratische Union 1954: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
FSÖ Wahlgemeinschaft Salzburger Heimatliste -
Freiheitliche Sammlung Österreichs 1959: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
SHL Salzburger Heimatliste 1964: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
EFPÖ Europäische Föderalistische Partei Österreichs
und Parteifreie 1969: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
MRF A. Glantschnig für Menschlichkeit, Recht und Freiheit 1974: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs 1979: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
VBI Vereinigte Bürgerinitiative „Rettet Salzburg“ 1984: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
Die Grünen Österreichs 1989: KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
VGÖ Vereinte Grüne Österreichs 1994: LIF Liberales Forum
ÖABP Österreichische Autofahrer- und Bürgerinteressenpartei 1999: LIF Liberales Forum
CSUÖ Christlich Soziale Union Österreichs ~ ()
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