Mutmaßlicher „Golden State Killer“ wegen zwei Morden beschuldigt

Sacramento (Kalifornien) (APA/AFP/dpa) - Der mutmaßliche US-Serienmörder Joseph James DeAngelo ist formell in zwei Fällen des Mordes beschul...

Sacramento (Kalifornien) (APA/AFP/dpa) - Der mutmaßliche US-Serienmörder Joseph James DeAngelo ist formell in zwei Fällen des Mordes beschuldigt worden. Der 72-jährige mutmaßliche „Golden State Killer“ erschien am Freitag im Rollstuhl erstmals zu einer kurzen Verlesung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor einem Gericht in Sacramento, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Kalifornien.

Vor Gericht wirkte der mit Handschellen an den Rollstuhl gefesselte DeAngelo gebrechlich. Bei dem Gerichtstermin wurde er formell beschuldigt, im Februar 1978 das frisch verheiratete Ehepaar Brian und Katie Maggiore getötet zu haben. Die beiden waren erschossen worden, als sie mit ihrem Hund in einem Vorort von Sacramento spazieren gingen.

Der nächste Gerichtstermin soll Mitte Mai stattfinden. Nur wenige Minuten dauerte der Auftritt vor Gericht, DeAngelo hörte fast ausdruckslos zu. Mit leiser Stimme antwortete er dem Richter. In dem Gerichtssaal waren Dutzende Reporter, Angehörige der Mordopfer und Schaulustige anwesend, wie örtliche Medien berichteten. Nach Angaben der Polizei steht DeAngelo wegen Selbstmordgefährdung in der Untersuchungshaft unter Beobachtung.

Neben dem Fall Maggiore wird DeAngelo verdächtigt, zwischen 1976 und 1986 zehn weitere Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt zu haben. Zudem soll er rund 150 Einbrüche verübt haben. Der 72-Jährige war am Dienstag festgenommen worden, mehr als 40 Jahre nach dem ersten Mord. Am Mittwoch hatten die Ermittler bekanntgegeben, dass DeAngelo, der in einem ruhigen Vorort von Sacramento lebte, als lange gejagter mutmaßlicher Serienmörder in Gewahrsam genommen worden sei.

Weitere Anklagen gegen den Mann, der früher als Polizist arbeitete, werden erwartet. Die Ermittler kamen ihm auf die Spur, indem sie DNA-Spuren von den Tatorten mit genetischen Profilen einer Datenbank zur Familienforschung abglichen. Vorige Woche hatten sich Hinweise auf den möglichen Täter verdichtet. Die Fahnder hätten durch von DeAngelo „weggeworfene“ DNA-Proben weitere Beweise sammeln können, hieß es.