„Eingeschränkte Grillzeiten sind Augenauswischerei“
Der Gemeinderatsbeschluss, die Grillzeiten auf zwischen 10 und 20 Uhr einzuschränken, stößt auf heftige Kritik.
Innsbruck –Nach massiver Anrainerkritik, vor allem in Kranebitten, hat der Innsbrucker Gemeinderat beschlossen, die Grillzeiten bei den städtischen Grillplätzen und -zonen von bisher 7 bis 22 Uhr auf 10 bis 20 Uhr einzuschränken (die TT berichtete).
Für Brigitte Autengruber, die direkt neben der Grillzone auf der Saurweinwiese in Kranebitten wohnt, ist das „Augenauswischerei“. Der „Hauptbetrieb“ finde ja ohnehin bis 20 Uhr statt – „und wer sagt, dass die Griller dann auch wirklich ausgehen?“ Das Grundproblem sei und bleibe der massive Andrang vor allem an Wochenenden – und die damit verbundene Belastung der Anrainer durch Rauch, Müll und Lärm, ebenso durch parkende Autos. „Fahrverbote werden einfach ignoriert“, berichtet nicht nur sie. Und: Anhand der Kennzeichen schaue es fast so aus, „als ob die Saurweinwiese die Grillzone für ganz Westösterreich ist“.
Autengruber sieht nur zwei Möglichkeiten: entweder eine Schließung der Grillzone – in der Stadt Salzburg werde der einzige öffentliche Grillplatz wegen „genau derselben Probleme“ nun wieder geschlossen – oder aber eine strenge Beschränkung mit Anmeldung und „umfassender Überwachung“. Apropos: Die Kontrollen durch die Mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck (MÜG) würden „nicht viel bringen“, moniert Willy Willems, ein weiterer Anrainer. Vor allem auf die weiblichen MÜG-Bediensteten würden viele der Grillenden schlicht nicht hören.
Man kontrolliere sehr wohl intensiv, kontert MÜG-Chef Elmar Rizzoli, etwa wenn auf der – derzeit noch nicht abgeschrankten – Forststraße nahe der Grillzone trotz Fahrverbots geparkt werde: „Da wird von uns laufend gestraft.“ Man könne aber halt nur bei Übertretungen einschreiten. Wenn es durch die vielen Griller zu stärkerer Rauchentwicklung komme, aber legal gegrillt werde, habe man beispielsweise keine Handhabe. Dass auf weibliche MÜG-Beamte nicht gehört werde, könne er nicht bestätigen.
Er verstehe die Problematik gut, betont Rizzoli, „es war aber eine politische Entscheidung, hier eine Grillzone einzurichten“. Früher habe es auf der Saurweinwiese zwei große, fixe Grillstellen gegeben, dort sei es aber u. a. zu „kulturellen Problemen“ gekommen. Die einen Gruppen hätten dort Schweinefleisch gegrillt, was wiederum für Muslime teils ein Problem gewesen sei. Daher sei eben die Entscheidung für eine Grillzone gefallen, wo – im Unterschied zu Grillplätzen – jeder seinen eigenen Griller mitbringen darf. (md)
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