Chef von reformorientierter Zeitung im Iran festgenommen
Teheran (APA/AFP) - Nach einem Bericht über Prostitution in der iranischen Stadt Mashhad ist der Chef reformorientierten Zeitung „Shargh“ fe...
Teheran (APA/AFP) - Nach einem Bericht über Prostitution in der iranischen Stadt Mashhad ist der Chef reformorientierten Zeitung „Shargh“ festgenommen worden. Mehdi Rahmanian sei nach einer Beschwerde von Bewohnern der zweitgrößten iranischen Stadt zu einer gerichtlichen Anhörung vorgeladen worden, berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna am Sonntag unter Berufung auf den stellvertretenden Staatsanwalt.
In einem Artikel seiner Zeitung waren demnach in dem Stadtteil Shahod Rajai lebende Frauen als „Prostitierte“ bezeichnet worden. Wie die Lokalzeitung „horassan“ berichtete, wurde Rahmanian in Untersuchungshaft genommen, weil er die vom Gericht verlangte Kaution von 500 Millionen Rial (7.500 Euro) nicht zahlte.
Die Zeitung „Shargh“ hatte am 8. April einen Bericht über den Mord an einem sechs Jahre alten afghanischen Mädchen in dem verarmten Stadtteil Shahid Rajai in Mashhad veröffentlicht. In dem Artikel wurde ein Vertreter eines Kinder- und Armenverbands zitiert, demzufolge es in Shahid Rajai Bordelle und Drogenhändler gibt.
Wie „Khorassan“ berichtete, hatte es drei Tage später wütende Proteste von Stadtteilbewohnern vor einer Moschee gegeben. Nach Angaben des Staatsanwalts wurde Rahmanian aufgefordert, Maßnahmen gegen den Autor des Berichts zu ergreifen und den entstandenen Schaden zu begleichen. Rahmanian habe aber nichts unternommen.
Die Zeitung „Shargh“ erscheint seit Ende 2012, nachdem sie zuvor jahrelang verboten war. Sie unterstützt den moderaten Präsidenten Hassan Rouhani, der sich seit seiner Wahl 2013 für die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Öffnung des Landes einsetzt. Vom konservativen Justiz- und Sicherheitsapparat wird er dafür scharf kritisiert.
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