Herausgeber der größten iranischen Reformzeitung freigelassen

Teheran (APA/dpa) - Der Herausgeber der iranischen Zeitung „Shargh“, des größten Blatts der Reformbewegung, ist am Sonntag gegen Kaution fre...

Teheran (APA/dpa) - Der Herausgeber der iranischen Zeitung „Shargh“, des größten Blatts der Reformbewegung, ist am Sonntag gegen Kaution freigelassen worden. Mehdi Rahmanian war am Vortag inhaftieret worden, weil seine Zeitung angeblich einen Bericht über Prostitution in der Pilgerstadt Maschhad im Nordostiran veröffentlicht hatte.

Da er die verlangte Kaution am Samstag nicht bezahlen konnte, musste er ins Gefängnis. Nach Zahlung der Kaution am Sonntag bestätigte „Shargh“ umgehend auf Twitter Rahmanians Freilassung.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Maschhad hatte das Blatt zu Unrecht über Prostitution in einem bestimmten Wohnviertel der Pilgerstadt berichtet. Daraufhin gab es eine Anzeige gegen die Zeitung. Die Staatsanwaltschaft habe Rahmanian als Herausgeber des Blatts aufgefordert den Bericht zu dementieren und die zuständige Reporterin zu bestrafen. Rahmanian aber lehnte beides ab und wurde daraufhin inhaftiert.

Die Journalistin hatte in einer Reportage über die Umstände berichtet, die zur Vergewaltigung und zur Ermordung eines sechsjährigen afghanischen Flüchtlingsmädchens geführt hatten. In dem Bericht wird kurz erwähnt, dass in dem ärmlichen Viertel der Pilgerstadt, wo das brutale Verbrechen stattfand, auch mit Rauschgift gehandelt wird und es dort auch Freudenhäuser geben soll.

Die Inhaftierung hat in den letzten 24 stunden zu heftigen Protesten von Iranern in den Sozialen Medien geführt. Die Pilgerstadt Maschhad gilt als eine Hochburg der erzkonservativen Kritiker der Reformer. „Shargh“ (Osten) ist die wichtigste Tageszeitung der Reformbewegung.