Afghanische Regierung wirbt für Registrierung für Parlamentswahl

Kabul (APA/AFP) - Ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl in Afghanistan wirbt die Regierung mit Flugblättern und Informationskampagnen für e...

Kabul (APA/AFP) - Ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl in Afghanistan wirbt die Regierung mit Flugblättern und Informationskampagnen für eine rege Beteiligung. „Wir sind besorgt über die geringe Beteiligung“, sagte der Sprecher der Wahlkommission, Shafi Jalali, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit Blick auf eine schleppend vorangehende Wählerregistrierung.

Eine Serie von Anschlägen auf Registrierungszentren, darunter ein Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Kabul vor einer Woche, schreckt viele Afghanen ab.

Bis zum Samstag - zwei Wochen nach Öffnung der Registrierungszentren - hatten sich nach Angaben der Wahlkommission nur etwas mehr als 650.000 Bürger für die Wahl am 20. Oktober angemeldet. Die Kommission hofft, dass sich bis zum Ende der Frist Mitte Juni 14 Millionen weitere Bürger registrieren lassen. Doch wenn das jetzige Tempo anhält, dürften es weniger als drei Millionen sein. Jalali sagte, möglicherweise werde die Frist für die Registrierung verlängert.

Die Behörden haben bereits in mehreren Provinzen Flugblätter mit Informationen zu den Wahlen aus Flugzeugen abgeworfen. Im Radio und im Fernsehen wurden Werbespots geschaltet. Beamte bekommen einen Tag frei, wenn sie sich registrieren lassen. Die Parlaments- und Bezirkswahlen in Afghanistan waren mehrmals verschoben worden. Sie gelten als Test für die im kommenden Jahr geplante Präsidentschaftswahl.

Bei dem Anschlag vor einem Zentrum zur Registrierung von Wählern in einem schiitischen Viertel in Kabul waren vor einer Woche rund 60 Menschen getötet und rund 130 weitere verletzt worden. Das Zentrum lag in der Nähe mehrerer Schulen. Weil viele Registrierungszentren direkt in Schulen untergebracht sind, schicken tausende Eltern in Kabuls Schiitenvierteln ihre Kinder derzeit nicht zum Unterricht, wie AFP von Schulleitern erfuhr.

In der ostafghanischen Stadt Jalalabad explodierte am Sonntag ein Sprengsatz in der Nähe einer Moschee, in der sich Wähler registrieren lassen können, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs mitteilte. Fünf Zivilisten seien verletzt worden.