Heiß-kalter Start für Innsbrucker Koalition

Georg Willi wird heute als Innsbrucker Bürgermeister angelobt. Die Wahlgänge für die beiden Vizebürgermeister werden mit Spannung erwartet. Die neue Koalition präsentierte sich gestern der Öffentlichkeit.

  • Artikel
  • Diskussion
Präsentierten das Koalitionspapier: der designierte Vize-BM Franz Gruber, StR Elisabeth Mayr, BM Georg Willi, die designierte Vize-BM Christine Oppitz-Plörer und StR Uschi Schwarzl (v.l.).
© Boehm/TT

Von Marco Witting

Innsbruck –Die Präsentation des Koalitionspapiers der neuen Innsbrucker Stadtregierung am Dienstag in den Parteigremien und gestern gegenüber der Presse war nur der Aufgalopp: Heute wird es für Bürgermeister Georg Willi (Grüne) so richtig ernst. Konstituierende Sitzung des Gemeinderats, Angelobung und landesüblicher Empfang (wohl gegen 18 Uhr) in der Maria-Theresien-Straße – und dazwischen gleich die erste Probe für die Viererkoalition aus Grünen, Für Innsbruck, ÖVP und SPÖ. Denn bei der Wahl der beiden Vizebürgermeister Christine Oppitz-Plörer (FI) und Franz Gruber (VP) wird sich zeigen, wie geschlossen die Reihen sind.

So werden heute alle Auge­n darauf gerichtet sein, wie viele Stimmen Oppitz-Plörer und Gruber in den jeweiligen Wahlgängen von den 27 Mandataren der Viererkoalition erhalten. FP-Stadtrat Rudi Federspiel hatte in der TT ja bereits angekündigt, dass er auf eine Kandidatur für den Vize-Sessel verzichten wird. Ob es heute dennoch Gegenkandidaten gibt, wird sich zeigen.

Gestern auf der Dachterasse des Rathauses, die auch für den Neo-Stadtchef Neuland war, betonte man die Einigkeit und gute Stimmung. Man sei während der gemeinsamen Verhandlungen „zusammengewachsen“. Bei Sonnenschein und Obstsalat blieben inhaltliche Ansagen aus. Die Wörter „konstruktiv“, „intensiv“ und „zukunftsweisend“ fielen, als die fünf Regierungsmitglieder ihren Eindruck von den Verhandlungen beschrieben. Und nicht nur SP-Stadträtin Elisabeth Mayr beschwor „frischen Wind“ in der künftigen Arbeit.

Auf die 58 Seiten, die das gemeinsame Papier umfasst, gingen die neuen Regierungsmitglieder bei der Präsentation nur in aller Kürze ein. Abseits davon sagte die bisherige Stadtchefin Oppitz-Plörer in die Mikrofone, dass sie sich auf die Aufgabe „freue“. Die neue Rollenverteilung hat die designierte Vizebürgermeisterin schnell verinnerlicht – mehrfach sprach sie ihren Nachfolger mit „Herr Bürgermeister“ an. Tags zuvor hatte bei der Bezirksversammlung der Grünen die künftige StR Uschi Schwarzl davon gesprochen, dass es so etwas wie ein „heiß-kalt“-Gefühl zwischen den Verhandlungen und den bevorstehenden großen Aufgaben gebe.

Die traute Einigkeit wurde gestern durch die Unterschriften der Regierungsmitglieder für die Kameras besiegelt. Im allgemeinen Auflauf musste Georg Willi das unterschriebene Exemplar am Ende erst suchen, ehe er es an seine Mitarbeiter übergeben konnte. Der Gemeinderat heute ist geprägt von der Angelobung, den Wahlen der Vizebürgermeister und den Ausschüssen. Ob es neben dem Juni-Gemeinderat wegen der Kosten der Patscherkofelbahn noch einen Sondergemeinderat (wie von der FPÖ gefordert) geben wird, blieb offen. „Zeitlich wäre­n da nur ein paar Tage Unterschied“, sagte Gruber. Die Opposition bräuchte dafür eine Unterschrift aus der Koalitionsriege. Sein Büro übernimmt Will­i heute – sein erster Weg als Bürgermeister führt ihn morgen in eine Innsbrucker Schule.


Kommentieren


Schlagworte