Roger Hodgson: „Trennung von Supertramp nie bereut“

Roger Hodgson war bis 1983 die einprägsame Stimme der Megaseller-Band Supertramp. Seither ist er solo aktiv, die alten Hits immer im Gepäck. Morgen tritt Hodgson in Kufstein auf. Der Künstler im TT-Interview.

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Ein Blick zurück ohne Zorn. Roger Hodgson genießt auch mit 68 noch das Leben auf Tournee.
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Von Markus Schramek

Kufstein – Supertramp. Das war eine immens erfolgreiche Pop-Rock-Band in den 70er- und frühen 80er-Jahren (altes Jahrhundert!): 60 Millionen verkaufte Tonträger. Hits wie der „Logical Song“ oder „Give A Little Bit“ sind seither aus dem Berieselungsprogramm von Mainstream-Radios nicht mehr wegzudenken.

Roger Hodgson war einer der Sänger und Songwriter dieser Band, die ursprünglich aus England kommt. Die erfolgreichsten Songs stammen aus seiner Feder. Hodgson verließ Supertramp 1983, die Gründe blieben unklar.

Der Mann mit der markant hohen Stimme machte solo weiter – bis in die Gegenwart. Morgen Dienstag startet Hodg­son mit Band in Kufstein (Festung, 20 Uhr, Karten über www.oeticket.com) wieder in eine Tournee, die ihn bis Ende des Jahres um die halbe Welt führt. Nervös scheint der „alte Hase“ nicht zu sein. Locker-flockig plaudert er während einer Probenpause mit der TT am Telefon.

Wissen Sie, was ich in Sachen Supertramp immer schon wissen wollte?

Roger Hodgson: Fragen Sie nur, jetzt haben Sie die Gelegenheit dazu.

Was ist so besonders an einem „Breakfast in America“, einem Frühstück in Amerika? So heißt ein Album und einer der bekanntesten Songs von Supertramp.

Hodgson: Gar nichts Besonderes. Ich fand den Titel einfach lustig, als ich den Song schrieb. Ich war damals 19 und brauchte für den Track nur eine Stunde. Aufgenommen wurde das Lied erst viele Jahre später mit Supertramp. Die Fans wollen „Breakfast in America“ bei meinen Konzerten immer noch hören. Der Titel scheint also ganz gut gewählt gewesen zu sein.

Wie kann man sich Ihre Konzerte vorstellen: sehr nostalgisch, mit vielen alten Nummern aus Supertramp-Zeiten?

Hodgson: Ich würde es so formulieren: Ich gebe meinen Gästen das, was sie hören wollen. Songs wie „Dreamer“ oder „It’s Raining Again“ scheinen nicht zu altern. Mit solchen Liedern schaffe ich es, dass meine Zuhörer für zwei Stunden alles um sich vergessen. Das ist schon etwas. Denn niemand hört sich heute mehr eine ganze CD am Stück an, immer nur einzelne Lieder. Ich mache das übrigens auch. Und es ist nicht so, dass zu mir nur ältere Fans kommen. Es gibt sogar Kinder unter zehn, die meine Musik für sich entdecken. Mein Sound auf der Bühne klingt immer noch wie früher – das wird Sie aber nicht überraschen.

Sie haben Supertramp vor 35 Jahren verlassen. Haben Sie es jemals bereut?

Hodgson: Damals war es wirklich schwer. Die Band war ja wie mein Baby. Aber ich wollte Abstand zum Musikbusiness gewinnen. Deshalb zog ich auch aus Los Angeles weg weiter in den Norden Kaliforniens, damit meine Kinder in einer ruhigeren Umgebung aufwachsen. Aus heutiger Sicht bereue ich nichts. Ich hatte solo noch viel mehr Spaß an der Musik, auch die Qualität stieg. Es war so, als ob mir neues Leben eingehaucht worden sei.

Gibt es noch Kontakt zu den Ex-Bandkollegen wie Rick Davies, den zweiten musikalischen Kopf von Supertramp?

Hodgson: Mit Rick habe ich gelegentlich Kontakt. Er hat eine schwere Krankheit überstanden und macht jetzt wieder selbst Musik.

Sie sind jetzt 68, das ist, mit Verlaub, ein Pensionsalter. Woher nehmen Sie Kraft und Motivation für eine Tournee über Monate?

Hodgson: Meine Lieder füllen noch immer die Veranstaltungshallen. Die Leute feiern und singen mit. Sollte ich mich da beklagen? Ich habe den besten Job der Welt.

Musik kann man ja heute auch per Computer von zu Hause aus machen.

Hodgson: Ob dabei Brauchbares herauskommt, ist allerdings eine andere Frage. Die neue Technik verwende ich aber auch, beispielsweise iPads als Sound-Mixer. Die technischen Möglichkeiten sind heute ganz andere als zu Supertramp-Zeiten. Warum sollte ich darauf verzichten?

Welche Musik hören Sie außer Ihrer eigenen?

Hodgson: Ich finde die britische Rockband Muse und Secret Garden aus Norwegen ganz toll. Zwei sehr unterschiedliche Bands.

Morgen Abend gastieren Sie in Kufstein, in Tirol. Kennen Sie diese Region?

Hodgson: Aber natürlich. Ich mache sehr oft Urlaub in Ihrem schönen Land. Sie werden verstehen, dass ich Ihnen nicht verrate, wann und wo.


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