Autokorso von Erdogan-Fans in Innsbruck: Polizei ermittelt
Mindestens 30 Autos fuhren in einer Kolonne durch die Innsbrucker Innenstadt, nachdem Erdogan seinen Wahlsieg ausgerufen hatte. Die Polizei ermittelt.
Innsbruck – Hupend und türkische Fahnen schwenkend fuhren sie durch Innsbruck, nachdem der alte und neue türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, gegen 22 Uhr seinen Wahlsieg verkündet hatte. Mehr als 40 Fahrzeuge rollten am Sonntagabend im Konvoi durch die Straßen der Tiroler Landeshauptstadt. Die Aktion sorgte für viel Aufsehen – und könnte ein gerichtliches Nachspiel haben.
„Wir ermitteln in alle Richtungen, nehmen den Vorfall sehr ernst. Jedoch ist es noch zu früh, um zu sagen, ob irgendein straf- oder ordnungsrechtlicher Tatbestand vorliegt“, sagte gestern ein Sprecher der Tiroler Polizei. Die Ermittlungen gestalten sich laut Polizeisprecher schwer: „Es gibt keinen Organisator, an den wir uns wenden könnten. Deshalb lässt sich derzeit nicht genau feststellen, wo der Konvoi gestartet ist und wohin er fuhr.“ Hinweise werden an das Kriminalreferat der Innsbrucker Stadtpolizei erbeten.
Kritik von Rudi Federspiel, Polizei relativiert
Kein Verständnis für die Aktion hat Rudi Federspiel (FPÖ): „Die Türken in Innsbruck müssen endlich zur Kenntnis nehmen, dass in Österreich nicht Erdogan Staatsoberhaupt ist“, schreibt der Innsbrucker Stadtrat in einer Aussendung. Er kritisiert auch die Polizei, die keine Präsenz gezeigt habe, obwohl derlei Aktionen erwartbar gewesen wären.
Martin Kirchler, Stadtpolizeikommandant von Innsbruck, widerspricht: „Zwar ist es nicht möglich, kurze Konvois hupender Autos zu verhindern. Aber nur dem schnellen Eingreifen der Polizei ist es zu verdanken, dass es nicht ausuferte. Am Mitterweg konnte der Autokorso gestoppt und aufgelöst werden.“ (bfk)