Irans Außenminister: Scheitern des Atomabkommens wäre sehr gefährlich

Teheran (APA/AFP) - Der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif hat nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen das Festhalten von Tehera...

Teheran (APA/AFP) - Der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif hat nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen das Festhalten von Teheran an der Vereinbarung bekräftigt. „Ein Scheitern des Atomabkommens wäre sehr gefährlich für uns“, sagte Zarif laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagenturen Irna und Isna am Sonntag.

Ein Scheitern sei auf keinen Fall die in Teheran gewünschte Lösung, betonte er demnach vor Mitgliedern der iranischen Handelskammer. Zarif hatte das Abkommen im Jahr 2015 maßgeblich mitverhandelt.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den Ausstieg der USA aus dem Abkommen erklärt. Neben den USA waren auch Deutschland sowie die UN-Vetomächte China, Russland, Großbritannien und Frankreich direkt am Zustandekommen der Vereinbarung von 2015 in Wien beteiligt. Sie wollen das Abkommen retten.

Zugleich gab Trump bekannt, dass die massiven Wirtschaftssanktionen gegen den Iran wieder in Kraft treten würden. Internationalen Unternehmen drohen Strafen, wenn sie sich nicht innerhalb von 180 Tagen aus dem Iran zurückziehen. Flugzeugbauer Boeing, Frankreichs Energieriese Total und die dänische Reederei Maersk haben ihren Rückzug aus dem Iran bereits angekündigt, ebenso der französische Autobauer PSA.

Nach der US-Entscheidung hatte Außenminister Zarif eine Tour durch Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland unternommen. Präsident Hassan Rouhani will im Juli in die Schweiz und nach Österreich reisen, um die europäische Unterstützung für das Abkommen zu sichern.