Europas Leitbörsen starten im roten Bereich
Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas sind mit Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Insbesondere treibt der Handelskonf...
Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas sind mit Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Insbesondere treibt der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China auf der einen sowie der EU auf der anderen Seite die Anleger immer weiter in die Defensive.
Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.30 Uhr mit minus 0,76 Prozent oder 26,32 Punkte bei 3.415,28 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 0,91 Prozent oder 114,96 Zähler auf 12.464,76 Punkte. In London sank der FT-SE-100 um 0,64 Prozent oder 48,93 Einheiten auf 7.633,34 Punkte.
Im Handelsstreit hatte US-Präsident Donald Trump europäischen Autoherstellern erneut mit Sonderzöllen gedroht, nachdem am Freitag die Vergeltungszölle der EU gegen zahlreiche US-Produkte in Kraft getreten waren. Zudem verschärfte er auch den Ton Richtung China. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Wochenende erwägt das US-Finanzministerium Einschränkungen für chinesische Investoren. Unternehmen, bei denen chinesische Investoren mehr als ein Viertel der Anteile halten, soll der Kauf von bestimmten US-Technologiefirmen verboten werden, berichtete die Zeitung.
Sorgen könnte den Anlegern zudem der am Vormittag zur Veröffentlichung anstehende ifo-Geschäftsklimaindex bereiten. Die Helaba-Experten schließen einen deutlichen Stimmungsdämpfer in den Unternehmen nicht aus. Erst in der Vorwoche hatte das ifo-Insitut die Wachstumsprognose für Deutschland im laufenden Jahr deutlich gesenkt.
Ansonsten stehen zum Wochenstart jedoch keine wesentlichen Daten auf der Agenda. In den USA werden am Nachmittag lediglich Zahlen zu den Neubauverkäufen im Mai vorgelegt.
Unternehmensseitig blieb die Nachrichtenlage vorerst dünn. Im Hinblick auf den weltweiten Handelskonflikt dürften Autowerte erneut einen Blick wert sein. VW und BMW starteten um jeweils 1,49 Prozent schwächer.
Bei Daimler ging es um 1,47 Prozent bergab. Am Wochenende hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche Unterstützung durch die Politik im drohenden Handelskrieg mit den USA gefordert. Die Schlüsselfaktoren für den heutigen Wohlstand seien Innovation und Handel gewesen, sagte Zetsche der „Bild am Sonntag“. Das gelte auch für die Zukunft. Deshalb wünsche er sich, dass sich die Politik für freie und faire Märkte starkmache.
Schwächster Sektor in Europa waren indessen Bankwerte. Im Euro-Stoxx-50 verloren Deutsche Bank 2,13 Prozent und bildeten damit das Schlusslicht im Index. Intesa Sanpaolo fielen ebenfalls um klare 1,72 Prozent.
Nach der Wahl in der Türkei am Wochenende ist zudem der türkische ISE-100 Index in Istanbul um rund 2,2 Prozent gestiegen. Auch bei der stark schwächelnden türkischen Lira ging es heute Früh wieder deutlich nach oben. Getrieben wurden die Kurse von der Hoffnung auf politische Stabilität in der Türkei nach dem Wahlsieg von Präsident Recep Tayyip Erdogan.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA092 2018-06-25/09:43
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