Tiroler Unternehmer betrogen: Prozess in Innsbruck
Hundertausende Euro soll ein 40-Jähriger einem Tiroler Unternehmer und einem Taxilenker abgeluchst haben. Am Montag muss sich der Beschuldigte in Innsbruck vor Gericht verantworten.
Innsbruck – Vor Wochen ging die Geschichte eines mutmaßlichen Hochstaplers um die ganze Welt. Der gebürtige Oberösterreicher war nämlich nicht nur mit Doktorratstitel als Millionär, Produzent und Musiker aufgetreten, sondern hatte sich von einem Wiener Taxifahrer für vereinbarte 700 Euro am Tag von Monaco aus quer durch Europa chauffieren lassen.
Laut Taxifahrer hatte die Limousinen-Tour in der Slowakei geendet. Da standen dann nach einem halben Monat Fahrt laut Anzeige schon 19.500 Euro am Taxameter. Das Geld sollte der Taxifahrer dann aber erst in Mexico bekommen. Nach einem gemeinsamen Flug war der Auftraggeber aber in Cancun untergetaucht.
Tiroler Unternehmer um Hunderttausende Euro geprellt
Nach einem internationalen Haftbefehl konnte der 40-Jährige in Zusammenarbeit mit dem FBI in Cancun festgenommen werden. Der Haftbefehl war übrigens von Tirol ausgegangen. Bei uns soll der nun wegen gewerbsmäßig schweren Betruges Angeklagte nämlich im Jahr 2016 einen Tiroler Unternehmer über so genannte Investmentverträge zur Übergabe von 681.845 Euro verleitet haben. Das Geld ist weg.
Zudem ein weiterer sechsstelliger Betrag für zu beschaffende Luxusuhren, Medikamente und eine Flugbuchung. Durch das Auftreten des Mannes soll sich laut Staatsanwaltschaft sogar die Firma Grand-Prix-Ticket täuschen haben lassen. Sechs Tickets für die Formel-1-Grand-Prix in Monaco und Österreich wechselten für 44.500 Euro den Besitzer und wurden nie bezahlt.
Angeklagter zeigte sich fast umfänglich geständig
Eine saftige Rechnung für die Anklagevorwürfe könnte dem Angeklagten nun am Innsbrucker Landesgericht bevorstehen. Am Montag tagt ein Schöffensenat unter Strafrichterin Helga Moser. Zur großen Überraschung des Gerichts zeigte sich der 40-Jährige zu Beginn der Verhandlung fast umfänglich geständig. Verteidigerin Vanessa Heiss stellte aber Antrag auf psychiatrisches Gutachten, da der Angeklagte unter manischen Phasen und seit Jahren unter Größenwahn leiden sollte.
Dem Angeklagten drohen zehn Jahre Haft, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. (fell)