Spaniens Premier Sanchez will „europäische Front“ gründen

Rom (APA) - Angesichts des zunehmenden Populismus in Europa will sich Spaniens Premier Pedro Sanchez für die Gründung einer „europäischen Fr...

Rom (APA) - Angesichts des zunehmenden Populismus in Europa will sich Spaniens Premier Pedro Sanchez für die Gründung einer „europäischen Front“ einsetzen. „Wir wollen eine europäische Front gründen, die die Europhobie bekämpft“, so Sanchez im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Montagsausgabe).

„Die Europhobie ist die größte Bedrohung für die EU. Es gibt Regierungen, wie jene in Italien, die eine antieuropäische Position vorantreiben, bei der dem nationalen Egoismus Vorrang gegeben wird. Eine Ursache dafür ist der bisherige Mangel an Solidarität seitens der EU gegenüber einem Land, das eine halbe Million Menschen aufgenommen hat“, so der Sozialist Sanchez.

Der beste Weg zur Bekämpfung der „Europhobie“ sei die Förderung einer stärkeren Integration. „Wir sind eine europafreundliche Regierung. Wir suchen nach gemeinsamen Lösungen für die Migrationsfrage“, so Sanchez.

Spanien werde gegenüber „humanitären Tragödien“ wie jener der Migranten auf Irrfahrt an Bord der Schiffe „Lifeline“ und „Alexander Maersk“ nicht unsensibel reagieren, versicherte der Premier. „Es ist jedoch offenkundig, dass Spanien allein keine Antwort auf die Flüchtlingskrise geben kann“, sagte Sanchez.

Die neue italienische Regierung aus der rechten Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung, die seit drei Wochen im Amt ist, fährt einen harten Kurs in der Migrationspolitik, obwohl die Ankunftszahlen dieses Jahr im Vergleich zu 2017 um rund 80 Prozent gesunken sind. Die neue Einwanderungspolitik der Regierung in Rom kommt bei der Bevölkerung laut Umfragen gut an.