Fußball-WM: Altstar Honda ist Japans Ass im Ärmel
Jekaterinburg (APA/dpa/Reuters) - Als es darauf ankam, war Keisuke Honda wieder da. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung stand der in die ...
Jekaterinburg (APA/dpa/Reuters) - Als es darauf ankam, war Keisuke Honda wieder da. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung stand der in die Jahre gekommene Offensivspieler goldrichtig und traf beim 2:2 der Japaner im zweiten Gruppenspiel gegen den Senegal zum wichtigen Ausgleich. „Hätte ich nicht getroffen, wäre es ein Horror-Szenario gewesen“, sagte der 32-Jährige nach der für ihn geschichtsträchtigen Partie in Jekaterinburg.
Hondas Tor hielt Japans Traum vom Achtelfinale aufrecht. Es war schon jetzt ein Treffer historischen Ausmaßes. Denn seit Sonntag ist Honda der erste Japaner, der bei drei verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. 2010 hatte er gegen Kamerun und Dänemark jeweils ein Tor erzielt, vier Jahre später folgte ein Treffer gegen die Elfenbeinküste und nun jener gegen den Senegal.
Es wird seine letzte WM sein. „Ich will sie genießen“, sagte Honda, um den es leiser geworden ist. Seit seinem Abschied von der großen AC Milan vor einem Jahr spielt er in Mexiko für CF Pachuca. Nebenbei ist er mit seinem Familienunternehmen „Honda Estilo“ Hauptgeldgeber beim österreichischen Zweitliga-Club SV Horn. Mit den Niederösterreichern wollte Honda 2015 den Angriff auf die Königsklasse wagen. Davon träumt im Waldviertel längst niemand mehr, Honda fuhr sein finanzielles Engagement deutlich zurück.
In Japan ist Honda ein Star. In der Nationalmannschaft war auf ihn immer Verlass. 37 Tore und 25 Vorlagen in 97 Länderspielen sind eine stattliche Quote. Bei der WM ist er nun der beste asiatische Torschütze. „Er ist sehr vielseitig“, lobte Japans Trainer Akira Nishino seinen Joker, der im Angriff dem künftigen Werder-Bremen-Profi Yuya Osako den Vortritt lassen muss. Nishino hatte nach dem 1:2-Rückstand nach Gegentoren durch Senegals Superstar Sadio Mane (11.) und Moussa Wague (71.) sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Takashi Inui (34.) voll auf Offensive gesetzt und wurde belohnt.
Im abschließenden Gruppenspiel gegen die bereits ausgeschiedenen Polen reicht Japan ein Unentschieden zum Weiterkommen. Es wäre die dritte Achtelfinal-Teilnahme in der Verbandsgeschichte nach 2002 und 2010. Dabei waren die Erwartungen in Japan vor einer WM wohl so niedrig wie selten zuvor. Erst im April trennte man sich von Trainer Vahid Halilhodzic, weil das Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet war. Der einheimische Coach Nishino, ein ruhiger Arbeiter, sollte die WM-Mission retten. Es könnte gelingen.
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