Fußball-WM: James wieder Kolumbiens Talisman - „Finale“ gegen Senegal

Kasan (APA/Reuters) - Mit einem Spiel Verspätung ist Kolumbien den Erwartungen bei der Fußball-WM in Russland gerecht geworden. Nach dem völ...

Kasan (APA/Reuters) - Mit einem Spiel Verspätung ist Kolumbien den Erwartungen bei der Fußball-WM in Russland gerecht geworden. Nach dem völlig verpatzten Auftakt gegen Japan (1:2) haben die Kolumbianer den Aufstieg nach einem überzeugenden 3:0 gegen Polen wieder in der eigenen Hand. Gefeiert wurde vor allem Superstar James Rodriguez, der bei seiner Rückkehr in die Startformation wieder WM-Form zeigte.

Der Torschützenkönig der WM 2014 wurde gegen Polen nach zwei Assists zum Spieler des Spiels gewählt. „Ich denke, dass es ein einzigartiger Tag ist in Kolumbien. Wenn man gute Spieler um sich hat, ist es einfacher, gut zu spielen“, erklärte der 26-Jährige von Bayern München. „Es ist immer gut, wenn man so viel Talent um sich hat.“

2014 hatte James die Kolumbianer ins Viertelfinale geführt. Vier Jahre später darf wieder geträumt werden. Die muskulären Probleme, die den Mittelfeldstar zum WM-Start geplagt hatten, scheinen überwunden. Für den Achtelfinal-Einzug dürfte zum Abschluss der Gruppenphase aber ein Sieg gegen Senegal notwendig sein. „Wir müssen ruhig bleiben und daran denken, dass wir am Donnerstag wieder ein Finale haben“, meinte James.

Auch Trainer Jose Pekerman trat auf die Euphoriebremse, nachdem Yerry Mina, Kapitän Radamel Falcao und Juan Cuadrado Kolumbien in den siebenten Himmel geschossen hatten. „Wir sind noch nicht qualifiziert. Im Moment sind wir draußen“, betonte der 68-Jährige und warnte vor Senegal: „Wir müssen auf einem außergewöhnlichen Level spielen, um ein extrem starkes Team zu schlagen - ein Team, das am aufsteigenden Ast ist und immer besser wird.“

Tatsächlich haben Senegal und Japan (je 4 Pkt.) nach einem 2:2 im direkten Duell vor dem Gruppenfinale einen Zähler mehr auf dem Konto als die Kolumbianer. Auf die bei einem Remis gegen die Westafrikaner notwendige Schützenhilfe der bereits ausgeschiedenen Polen gegen Japan wollen sich die Südamerikaner nicht verlassen. Stattdessen hoffen sie auch im weiteren Turnierverlauf auf die Torgefährlichkeit von Falcao.

Der 32-jährige Monaco-Stürmer erzielte gegen Polen seinen ersten WM-Treffer, nachdem er das Turnier 2014 wegen eines Kreuzbandrisses verpasst hatte. „Er ist ein Symbol für das Nationalteam, für den kolumbianischen Fußball“, sagte der gebürtige Argentinier Pekerman, der das Team seit 2012 betreut. „Wir haben immer gehofft, dass er trifft und so fit ist wie er es derzeit ist. Wir wollen ihm als Team helfen, dass er sein ganzes Können zeigen und glänzen kann.“