Türkei-Wahlen - Oppositionskandidat 2 - Stimmen „gestohlen“

Ankara (APA/AFP) - „Ich akzeptiere diese Wahlergebnisse“, sagte der Kandidat der linksnationalistischen CHP am Montag bei einer Pressekonfer...

Ankara (APA/AFP) - „Ich akzeptiere diese Wahlergebnisse“, sagte der Kandidat der linksnationalistischen CHP am Montag bei einer Pressekonferenz in Ankara. Zugleich betonte Ince: „Diese Wahl war ungerecht, bis die Ergebnisse verkündet wurden.“

Es seien Stimmen „gestohlen“ worden. Andererseits gebe es einen Unterschied von zehn Millionen Stimmen zwischen ihm und dem Wahlsieger Recep Tayyip Erdogan. In dieser Situation wäre es falsch gewesen, zu Straßenprotesten aufzurufen, sagte Ince.

Ince rief Erdogan auf, nicht als AKP-Vorsitzender zu regieren, sondern der Präsident aller Türken zu sein. „Sie vertreten 80 Millionen“, sagte Ince an Erdogan gewandt. „Sie sind unser aller Präsident. Umarmen Sie alle.“ Zugleich äußerte er scharfe Kritik am Präsidialsystem, das mit der Wahl in der Türkei in Kraft trat und die Macht des türkischen Staatschefs erheblich erweitert. „Dies ist ein bleibendes Problem. Dies wird eine Gefahr für die Türkei bleiben.“

Ince wies Berichte zurück, dass er am Wahlabend bedroht worden sei. Tatsächlich sei er nicht aufgetreten, weil er das Ergebnis habe abwarten wollen. Es sei jedoch ein „Fehler“ gewesen, sich nicht bereits am Wahlabend öffentlich zu äußern, sagte er. Zugleich entschuldigte er sich für eine Nachricht, in der er seine Niederlage eingestand und die am Sonntagabend im Fernsehsender Fox verlesen worden war. Diese sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, sagte Ince.

Die Türkei müsse nun „Atem holen“, sagte der CHP-Kandidat. Er dankte allen, die ihn im Wahlkampf unterstützt hatten, sowie den Beobachtern, welche die Abstimmung überwacht hatten. Wie seine Partei nun weiter vorgehe, sei nicht allein an ihm zu entscheiden, sagte Ince. Der Kampf werde aber weiter gehen. „Wir werden weiter kämpfen, bis die Türkei eine Türkei für alle ist“, sagte der 54-jährige Abgeordnete. „Meine Agenda ist die Türkei.“