Geistliches, Jazziges und Sommernachtskonzertliches - Klassiknews

Wien (APA) - *...

Wien (APA) - *

Emotionales Musikdrama um Didos Tod (Carus): Der österreichische Komponist Ignaz Holzbauer (1711-1783), der mit der Mannheimer Hofkapelle zu einem wichtigen Zentrum der Frühklassik wurde, schrieb 15 Musikdramen, die sich zur Entstehungszeit großer Beliebtheit erfreuten. „Tod der Dido“ (1779) ist seine vorletzte Oper, die zunächst in einer italienischen Fassung erschien. Der Komponisten selbst schuf ein Jahr später eine deutschsprachige Variante, wodurch er sich auch als Pionier der deutschen Nationaloper erwies. Diese Fassung wurde nun erstmals auf CD veröffentlicht und wirkt besonders durch die stimmliche Beweglichkeit von Sandrine Piau in der Titelrolle höchst lebendig und emotional. Frieder Bernius leitet das homogene Ensemble, das vom Barockorchester und Kammerchor Stuttgart umrahmt wird.

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Französische Sakralmusik des späten 19. Jahrhunderts (Carus): Charles Gounod ist hauptsächlich als Komponist der Oper „Faust“ bekannt, dabei stand eher die Kirchenmusik im Zentrum seines Schaffens. Seine Cäcilienmesse wird immer wieder aufgeführt, die CD mit dem Titel „Sacred Choral Music“ bietet einige unbekanntere Werke und wurde zum 200. Geburtstag des Komponisten nun neu aufgelegt. Neben zwei Messen ist vor allem das Oratorium „Les sept paroles du Christ sur la croix“ bemerkenswert, das der Kammerchor I Vocalisi mit Orgelbegleitung unter der Leitung von Hans-Joachim Lustig eingespielt hat. Zwei Stücke für den Advent finden sich ebenfalls unter den Aufnahmen: „Noel“ ist ein lyrischer Weihnachtsgesang für Frauenchor mit Sopran- und Altsoli, bei „Bethleem“ handelt es sich um eine Pastorale über ein Weihnachtslied des 18. Jahrhunderts für gemischten Chor. Aus Gounods Londoner Zeit stammen Pater noster, Magnificat und Nunc dimittis, die alle für vierstimmigen gemischten Chor geschrieben wurden und die interessante Werkauswahl ergänzen.

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Geistliche Konzerte des Frühbarock (Carus): Die 27 Konzerte unter dem Titel „Symphoniae Sacre II“, die in der Reihe der Gesamteinspielungen des Komponisten bei Carus erschienen sind, sind Meilensteine in der Entwicklung des deutschsprachigen geistlichen Konzerts. Die „Symphoniae Sacre II“ wurden 1647 veröffentlicht, ein Jahr vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, einer mehr als unruhigen Zeit. Es dürfte also kein Zufall sein, dass genau in der Mitte der 27 Konzerte eines mit dem Titel „Verleih uns Frieden“ steht. Hans-Christoph Rademann zeichnet für die Leitung dieser gelungenen Einspielung verantwortlich, unterstützt von Solisten wie Dorothee Mields, Isabel Schickedanz oder Georg Poplutz.

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Sommernächtliches mit den Philharmonikern (Sony): Kaum ist das traditionelle Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schlosspark von Schönbrunn verklungen, ist schon die CD des Abends auf dem Markt. Bei Sony ist die Einspielung des vornehmlich italienischen Programms unter Valery Gergiev inklusive der vier Arien, die Weltstar Anna Netrebko beigesteuert hat, nun in klassischer Rekordzeit erschienen und lädt zum Nachschnuppern.

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Neues mit dem Borusan (Onyx): Seit einigen Jahren hat sich das Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra in der türkischen Metropole unter seinem österreichischen Chefdirigenten Sascha Goetzel zum Klanglabor an der Schnittstelle zwischen Ost und West etabliert. Mit seiner neuesten Einspielung hat man nun wieder einen echten Weltstar als Partner gewonnen, ist Geiger Daniel Hope doch gemeinsam mit Vadim Repin Solist beim Doppelkonzert „Shadow Walker“ des Briten Mark-Anthony Turnage, das im Vorjahr uraufgeführt und nun als Livemitschnitt aus dem Wiener Musikverein auf CD gepresst wurde. Türkische Percussion mischt sich hier mit der westlichen Solokonzerttradition. Und als Draufgabe gibt es noch Berlioz‘ „Symphonie fantastique“.

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Klassik im Jazzformat (Sony): Barockmusik in Kombination mit Jazzflair ist spätestens seit Größen wie Jacques Loussier ja nichts Ungewöhnliches. Das Vorarlberger Ensemble Concerto Stella Matutina hat sich gemeinsam mit dem Lautenisten Rolf Lislevand nun jedoch auch zusätzlich Renaissancestücke hergenommen, und diese mit zeitgenössischen Stilmitteln überformt. Im Kern bleiben die Originale allerdings erhalten. So grooven die Stücke von Komponisten wie Foscarini, Frescobaldi oder Händel einfach ein wenig mehr als sonst ohnedies, was nicht zuletzt den Bläsern zu verdanken ist.

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Händel und Vinci im „Didone“-Doppel (Deutsche Harmonia Mundi): Die Lautten Compagney hatte 2016 die deutsche Erstaufführung von Leonardo Vincis „Didone“ in der Pasticcio-Bearbeitung Georg Friedrich Händels präsentiert. Nun liegt das Barockjuwel der beiden Giganten ihrer Zunft in einer Einspielung vor, für die das deutsche Originalklangensemble unter Wolfgang Katschner Sänger wie Robin Johannsen oder Olivia Vermeulen gewinnen konnte.

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Doppelkonzerte mit Wang und Vogler (Sony): Die Kombination aus Violine, Cello und Orchester animiert auch heutige Komponisten immer wieder einmal zu zeitgenössischen Arbeiten, wobei die Konstellation auch auf eine Tradition der westlichen Konzertliteratur zurückblicken kann. Starcellist Jan Vogler hat nun gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Geigerin Mira Wang, und dem Royal Scottish National Orchesta unter Peter Oundjian gleich ein Trio an Doppelkonzerten eingespielt. Im Zentrum Johannes Brahms‘ Op. 102 als das Opus Magnum des Genres, das zwei Werken des Deutschen Wolfgang Rihm und des US-Amerikaners John Harbison flankieren - beides Ersteinspielungen.