Bezirk Landeck

Beim Radweg-Vertrag klaffen Standpunkte weit auseinander

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Landecks Gemeinderat beschloss Projektträgerschaftsvertrag mit Abänderungen. Zams ortet darin „No-Go“ gegenüber dem Partner TVB.

Von Helmut Wenzel

Landeck, Zams –„Im Land­ecker Vertrag werden Bestimmungen angeführt, die für den Tourismusverband Tirol-West völlig inakzeptabel sind“, schilderte der Zammer Mandatar Andreas Grüner am Montagabend in der Gemeinderatssitzung. Grüner, auch stellvertretender Obmann des TVB, sprach von einem „No-Go“ – etwa weil der TVB die Ablöse von Grundstücken, Pachtverträge oder Dienstbarkeiten verhandeln müsse. Das könne nicht Aufgabe des TVB sein.

Drei Projektpartner, die Gemeinden Landeck und Zams sowie der TVB, verfolgen seit Jahren ein Ziel: Im Talkessel soll ein attraktiver Radweg mit Anbindung an die Täler gebaut werden.

Schauplatzwechsel: In der Landecker Gemeinderatssitzung vorige Woche erklärte Planungsreferent Vize-BM Thomas Hittler: „Wir haben jetzt einen sehr guten Vertrag. Die Änderungen helfen allen Partnern.“ Es geht um den so genannten Projektträgerschaftsvertrag bezüglich Talkesselradweg. Die Mandatare verabschiedeten das gegenüber dem ursprünglichen Entwurf abgeänderte Papier einstimmig, Hittler dankte FPÖ-Stadtrat Roland König für dessen „profunde Überprüfung“.

Der TVB Tirol-West hatte sich vor mehr als zwei Jahren bereit erklärt (die TT berichtete), das Heft in die Hand zu nehmen – mit dem Ziel, das Radwegkonzept im Raum Landeck-Zams samt Anbindungen in die Täler „aus einem Guss“ umzusetzen.

Der Zammer Gemeinderat beschloss den Vertrag mit dem TVB bereits im Februar. Auch Bürgermeister Siggi Geiger ortet „unzulässige Passagen“ in der Landecker Vertragsversion. „Unser Vertrag bleibt inhaltlich aufrecht“, bestätigte er am Dienstag. „Aber mit den Landeckern muss noch einiges abgeklärt werden.“ Ziel sei ein gemeinsamer Vertrag, „mit dem alle drei Partner leben können“, so Geiger. „Mit Grundablösen ist der Tourismusverband jedenfalls überfordert.“

Einem runden Tisch werde man sich gewiss nicht verschließen, sagte Vize-BM Hittler, der irritiert auf die Vorwürfe aus Zams reagierte. Die Kollegen im Nachbardorf sollten sich wenigstens die Mühe machen, den Vertragstext zu lesen. „Der Projektträger ist Planer und Ansprechpartner für das Gesamtprojekt.“ Das gelte auch für Infrastrukturteile, die nicht vom Radweg abgetrennt werden können. Für Grundstücksverhandlungen sei jedenfalls die Gemeinde zuständig, auch für Pachtzinsvereinbarungen.

Der Landecker Entwurf sei am 25. Mai an den TVB gesendet worden. Eine Stellungnahme sei ihm nicht bekannt, so der Vizebürgermeister. TVB-Obmann Geiger war urlaubsbedingt nicht erreichbar.