„Strass wäre ein einziger See bei einem Hochwasser“
Heute werden die Mandatare der Inntalgemeinden im Bezirk über die Schutzpläne des Landes informiert. In Strass gibt es ein Extra-Gespräch.
Von Angela Dähling
Schwaz –Der Hochwasserschutz lässt nach dem Bezirk Kufstein nun auch im Bezirk Schwaz die Wogen hochgehen. Jedenfalls bei betroffenen Grundeigentümern. Denn nun sollen auch die Gemeinden zwischen Münster und Terfens einen Wasserverbund gründen.
Heute findet dazu in Schwaz eine Info-Veranstaltung des Landes und der Bezirkshauptmannschaft für die Gemeinden statt. „Denn verantwortlich für den Hochwasserschutz sind die Gemeinden. Land und Bund stellen finanzielle Mittel dafür bereit“, betont LHStv. Josef Geisler. Bei den Gesprächen gehe es um Grundsatzfragen, Organisatorisches und Rechtliches, nicht um Detailpläne, ergänzt Bezirkshauptmann Michael Brandl.
Beide luden gemeinsam mit Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, vorab Pressevertreter zum Hintergrundgespräch. Weil das Thema komplex sei. Aber auch, weil seitens des Vereins Hochwasserschutz Tirol die Pläne des Landes immer wieder in Frage gestellt werden.
Wie berichtet, ist der Verein der Ansicht, durch Staubecken in den Seitentälern könne das Hochwasser am Inn verringert werden. Die Fachleute des Landes und beauftragte Experten der TU Wien sehen das anders. Die Staubecken verbesserten zwar den Schutz in den jeweiligen Seitentälern, nicht aber entlang des Inns. „Wenn es sich maßgeblich auf den Inn auswirken würde, hätten wir’s gemacht. Es wäre mir nur recht, schließlich bin ich Vertreter der Grundeigentümer in der Landesregierung“, sagt der für Land- und Forstwirtschaft zuständige Geisler. Er verweist auf das Entschädigungsmodell, das sich am verkehrsbücherlichen Wert orientiert. Geisler: „Es wurde höchstgerichtlich bestätigt.“ Weil aus den Schutzflächen kein Bauland mehr werden kann, werde der Wertverlust (16–17 %) entschädigt. Bewirtschaftet werden können die Retentionsflächen weiterhin. Geisler spricht von durchschnittlichen Abgeltungen von 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter entlang des Inns. „Es geht hier vor allem um Gründe, die bei Hochwasser teilweise schon überflutet waren“, informiert der LH-Stellvertreter.
1500 Häuser und 120 ha Bauland sollen vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt werden. Und es gebe laut BH Brandl keinen Bürgermeister im Bezirk, der sage, man wolle die Schutzmaßnahmen nicht. In den Gemeinden Schwaz, Buch, Terfens, Vomp und Reith seien bereits positive Grundsatzbeschlüsse gefasst worden. Zu den Überflutungszonen, die aufgrund von Daten und Erfahrungen der letzten Hochwasser im Gefahrenzonenplan festgehalten wurden, zählen die Schwazer Felder Richtung Buch, landeseigene Flächen in Rotholz sowie der Großteil von Strass. Auch Münster und St. Gertraudi sowie St. Margarethen (Buch) stechen im Gefahrenzonenplan rot hervor. „Strass wäre ein einziger See bei einem Hochwasser und die am meisten betroffene Gemeinde“, weiß Markus Federspiel (Abteilung Wasserwirtschaft). Daher werde es u. a. in Strass eine zusätzliche Info-Gesprächsrunde für die Gemeinderäte geben.
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