Bezirk Imst

Dicke Luft im Sautner Dorfparlament

„Wer ist dafür, dass wir dagegen sind?“, fragte Vize-BM Oswald Gritsch mehrmals.
© Dorn

Gemeinderatssitzung in Sautens ging nach Abbruch der vorherigen zwar holprig, aber teils auch mit einstimmigen Ergebnissen über die Bühne.

Von Agnes Dorn

Sautens – „Die schlechte Stimmung kommt von den staatsanwaltlichen Anzeigen“ – diese Aussage von Bürgermeister Manfred Köll dürfte wohl am ehesten dazu geeignet sein, in einem Satz die politische Lage der kleinen Kommune am Eingang des Ötztals zu beschreiben. Das Verfahren gegen ihn, das die Opposition initiiert hatte, sei am 17. Mai eingestellt worden, konnte er den anwesenden Gemeinderäten mitteilen. „Der Staatsanwalt ist ein Märchenbuchschreiber“, bemerkte dazu Vizebürgermeister Oswald Gritsch.

Beschuldigungen, vehementes Beharren auf dem eigenen Standpunkt und Beleidigungen von Anwesenden und Nichtanwesenden gehören schon länger zur Tagesordnung jenes Dorfparlaments, in dem die Opposition mehr Stimmen als die Bürgermeisterpartei innehat. Schon seit einiger Zeit geraten die Fronten der beiden Listen besonders dann hart aneinander, wenn es um die Tätigkeit von Bürgermeisterberater Herbert Strigl geht, dessen Name diesmal gleich in mehreren Anträgen der Liste „Sautner Impulse“ genannt wurde.

Jeweils mit sieben (Sautner Impulse) zu sechs (Bürgermeisterliste) Stimmen wurden Beschlüsse gefasst, die Strigl unter anderem daran hindern sollen, künftig im Auftrag der Gemeinde Erhebungen im Grundbuch für die Waldregulierungs- und die Agrarbehörde zu tätigen. „Diese Leute haben eine Aversion gegen die gute Verbindung zwischen Bürgermeister und mir. Die hat bei der ersten Gemeinderatssitzung begonnen und sich bis jetzt immer mehr gesteigert. Aber das wird noch Folgen haben“, kündigt Strigl auf Nachfrage bereits eine Aufsichtsbeschwerde bei der Behörde an. Diese werde mit 99-prozentiger Sicherheit zu einer Aufhebung der Beschlüsse führen, prophezeit der Bürgermeisterberater.

Mit einem Sieben-zu-sechs-Beschluss setzte sich die Opposition auch bei einer neuen Richtlinie für Liefer-, Bau- und Dienstleistungsaufträge durch. Ab einem Betrag von 300 Euro sollen künftig mindestens zwei Angebote, bei der Vergabe der Rest- und Biomüllabfuhr sogar drei Angebote eingeholt werden. Da sie zufrieden seien mit der Leistung der Firma Plörer, die fast das ganze Ötztal bedient, und sie keinen Grund für einen Vergleich mit anderen Müllabfuhrfirmen sehen, stimmten die Mandatare der Bürgermeisterliste dagegen. Außerdem würden sie bezweifeln, dass außer Plörer und Höpperger noch eine dritte Firma der näheren Umgebung ein Angebot stellen könnte.

Zu positiven, einstimmigen Beschlüssen konnten dagegen Anträge zur Raumordnungskonzept- und Flächenwidmungsänderung gebracht werden.