Arbeitszeit - „Bummvoller“ AK-Saal, Betriebsversammlungen in Graz
Graz (APA) - Der steirische ÖGB hat am Dienstag zu einer Infoveranstaltung für Betriebsräte gerufen - was zu einem laut Gewerkschaft „bummvo...
Graz (APA) - Der steirische ÖGB hat am Dienstag zu einer Infoveranstaltung für Betriebsräte gerufen - was zu einem laut Gewerkschaft „bummvollen“ AK-Saal in Graz führte. Von den laut ÖGB über 1.300 Betriebsräten wurde als Protest gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung einstimmig eine Resolution verabschiedet. Montag soll es Betriebsversammlungen bei ÖBB und den Grazer Verkehrsbetrieben geben.
Ziel der Veranstaltung war die Information über die Pläne der Bundesregierung zur laut ÖGB „Arbeitszeit-Verlängerung“. Der große AK-Saal in Graz war ebenso voll wie der benachbarte kleine Saal und die Ränge. Weitere Arbeitnehmervertreter verfolgten die Veranstaltung auf den Monitoren auf den Gängen. Unter ihnen waren laut Martin Fill vom ÖGB auch Christgewerkschafter und KPÖ-Vertreter. Am Montag hatte man noch dem Anmeldungsstand zufolge einige hundert Vertreter erwartet, am Dienstag war man von der großen Menge „sehr angetan“, so ein Funktionär zur APA. Der steirische ÖGB-Chef Horst Schachner sprach sich gegen den Zwölfstundentag: „Die wissen nicht, was die Arbeitnehmer brauchen.“ Diese Angriffe auf die Arbeitnehmer dürfe man nicht einfach so hinnehmen, sagte Schachner laut einer Aussendung.
Der stellvertretende ÖGB-Landesvorsitzende Franz Haberl (FCG) sagte laut „Kleine Zeitung“-Online unter anderem: „Weil es immer heißt: Wo sind die Christgewerkschafter - wir sind aufseiten der Betroffenen. Bisher haben wir die Rahmenbedingungen immer ausverhandelt, jetzt soll der Betriebsrat obsolet sein. Da kann ich nicht mit.“ Haberl nahm auch zu den Plänen zur Veränderung des Sozialversicherungssystems Stellung und verwies darauf, man müsse „achten, dass es zu keinen Verschlechterungen für die Versicherten kommt.“
Der steirische AK-Präsident Josef Pesserl freute sich über die große Anzahl der Anwesenden, sprach aber auch von einem „bedauerlichen Anlass“ und wandte sich gegen „Maßnahmen, die sich katastrophal auf die Arbeitnehmerinnen auswirken.“ Pesserl verwies auch auf ein Zitat des nunmehrigen FPÖ-Vizekanzlers Heinz Christian Strache vom Herbst 2013, als dieser in einem Wahlchat einer Zeitung den Zwölfstundentag noch als „asoziale, leistungsfeindliche Idee“ bezeichnet hatte.
Josef Muchitsch, SPÖ-Abgeordneter und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, konnte in dem ganzen Gesetzesentwurf „keine einzige Verbesserung für die Arbeitnehmer“ erkennen.
Am Montag in der Früh werden die Betriebsräte von ÖBB und der Holding Graz - zu ihnen gehören mit den Graz Linien auch die Verkehrsbetriebe - die Informationen an ihre Kollegen weitergeben. Die Betriebsversammlung bei der ÖBB soll um 7.00 Uhr beginnen, jene der Graz Linien um 8.30 Uhr in der Remise Steyrergasse. Beide dürften rund eineinhalb Stunden dauern, was zu Zugverspätungen und dem Stillstand der Öffis im Grazer Frühverkehr führen wird.
~ WEB http://www.oegb.at ~ APA362 2018-06-26/14:22
Kommentare