ÖVGW kritisiert neue EU-Trinkwasserrichtlinie

Wien/Brüssel (APA) - Eine drastische Kostenerhöhung für rund 3.600 kleine Wasserversorger und eine „Liberalisierung durch die Hintertür“ bef...

Wien/Brüssel (APA) - Eine drastische Kostenerhöhung für rund 3.600 kleine Wasserversorger und eine „Liberalisierung durch die Hintertür“ befürchtet die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) durch die Umsetzung der von der EU-Kommission geplanten Neuerungen der Trinkwasserrichtlinie. Diese sei mit unverhältnismäßig höherem Aufwand und Kostensteigerungen um mehr als das 70-fache verbunden.

Von den rund 5.500 österreichischen Wasserversorgungsunternehmen seien zwei Drittel „kleine“ Wasserversorger, die weniger als 100 Kubikmeter pro Tag zur Verfügung stellen, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Vor allem die Entnahme von Proben als auch der Umfang von Untersuchungen seien betroffen. Die Untersuchungskosten bei diesen Wasserversorgern würde nach Inkrafttreten der Richtlinie in der von der Kommission geplanten Form von derzeit rund 250 Euro auf rund 18.000 Euro pro Jahr steigen. Auch die bisher gelebte Praxis, dass eine geringfügige Überschreitung der Vorsorgewerte - etwa bei Pestiziden - akzeptiert wird, wenn diese keine Gefahr für die Gesundheit darstelle und entsprechende Maßnahmen zur Beseitigung ergriffen werden, wäre dann nicht mehr möglich.

Auch aufgrund des nicht nachvollziehbaren Leistungsvergleichs würde es zu einer Änderung der klein strukturierten österreichischen Trinkwasserversorgung kommen, betonte die ÖVGW. Der Trinkwassermarkt könnte so für eine mögliche Liberalisierung vorbereitet werden. Eine „solcherart erzwungene Änderung der Struktur“ biete keinen Nutzen für Konsumenten und stärke keineswegs die Versorgungssicherheit, so ÖVGW-Vizepräsident Franz Dinhobl.