Vorbereitung für Kohleausstieg in Deutschland angelaufen

Berlin (APA/dpa) - In Deutschland soll bis Ende des Jahres ein Datum fixiert werden, bis zu dem noch Strom aus Kohle gewonnen wird. Die neue...

Berlin (APA/dpa) - In Deutschland soll bis Ende des Jahres ein Datum fixiert werden, bis zu dem noch Strom aus Kohle gewonnen wird. Die neue Kommission der deutschen Regierung zum Kohleausstieg kam am Dienstag in Berlin zum ersten Mal zusammen.

Neben einem Datum soll das Gremium einen Ausstiegspfad sowie Perspektiven für neue Jobs in den Kohleregionen vorschlagen. Außerdem geht es um Maßnahmen, wie man den nicht mehr erreichbaren Klimaschutzzielen 2020 zumindest näher kommen kann. In der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ sitzen Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Wissenschaft, Politik und betroffenen Regionen.

Vor dem Auftakt der Kommission hatten Greenpeace-Aktivisten die Straßen rund um die Berliner Siegessäule mit tausenden Litern gelber Farbe so gefärbt, dass sie aus der Luft wie eine Sonne aussahen. Unter dem Motto „Sonne statt Kohle“ forderte Greenpeace einen konsequenten Klimaschutz. Nach eigenen Angaben verwendeten die Aktivisten 3500 Liter ökologisch abwaschbarer und umweltfreundlicher Farbe. Die Polizei hat Ermittlungen zu der nicht angemeldeten Aktion aufgenommen.

In Deutschland stützt sich die Stromerzeugung traditionell stark auf Kohle. Im vergangenen Jahr wurden 22,5 Prozent des Stroms aus heimischer Braunkohle gewonnen und weitere 14,1 Prozent aus überwiegend importierter Steinkohle. Die Kohleverstromung gilt als klimaschädlich, weil unter allen Energieträgern die höchsten Kohlendioxidmengen pro erzeugter Kilowattstunde entstehen.

Braunkohle wird in Deutschland ohne staatliche Subventionen gefördert. Europas größter Volkswirtschaft verfügt über Reserven von fünf Milliarden Tonnen und ist mit rund 170 Millionen Tonnen pro Jahr größtes Braunkohleförderland der Welt. Bis zu 70.000 Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt von der Kohleförderung- und -verarbeitung ab. Die Braunkohlereviere liegen im Rheinland (Nordrhein-Westfalen), Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt/Sachsen) und der Lausitz (Sachsen/Brandenburg).

Vor Jahren hatte Deutschland schon den Atomausstieg beschlossen. Die noch verbliebenen sieben Atomkraftwerke sollen nach und nach bis 2022 abgeschaltet werden.