Arbeitszeit - Steirische SPÖ-Klubklausur gegen geplantes Gesetz
Riegersburg (APA) - Der steirische SPÖ-Chef und LHStv. Michael Schickhofer hat am Dienstag in einer Pressekonferenz am Rande der Klausur des...
Riegersburg (APA) - Der steirische SPÖ-Chef und LHStv. Michael Schickhofer hat am Dienstag in einer Pressekonferenz am Rande der Klausur des SPÖ-Landtagsklubs im oststeirischen Riegersburg Kritik an der geplanten Einführung der 60-Stunden-Woche geübt. „Bei allem Verständnis für die Wirtschaft - aber die 60 Stunden-Woche der Bundesregierung geht zu weit“.
Für ihn, Schickhofer, hätten Beziehungen, geregeltes Familien- und Privatleben und Vereine und Ehrenamt Priorität: „Das alles ist bei der 60-Stunden Woche von Schwarz-Blau nicht mehr gewährleistet.“ Wenn eine Frau im Handel, die 25 Stunden Teilzeit arbeite, nun auf Anordnung des Chefs auf einmal 60 Stunden arbeiten müsse, hole man „amerikanische Verhältnisse“ ins Land. Die 60-Stunden-Woche und der Zwölfstundentag nehme vielen Arbeitnehmern die letzte Planbarkeit in ihrem Leben.“
Die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus bezweifelte die Freiwilligkeit, die im Gesetz festgeschrieben werden soll. „Außerdem bedeutet ‚alles flexibel‘ auch, dass nichts mehr planbar ist. Gerade Frauen mit Betreuungspflichten sind die Leidtragenden der schwarz-blauen Pläne. Die rund 180.000 Teilzeitarbeitenden in der Steiermark sind fast ausschließlich Frauen“, so Kampus.
Schon am Vormittag in Graz bei der Betriebsrätekonferenz hatte Bau-Holz-Chefgewerkschafter und Abg. Beppo Muchitsch gegen die Bundesregierung ausgeteilt. Muchitsch sprach in Riegersburg dann von einem „Husch-Pfusch-Gesetz“, das Arbeiter, die Gesundheit und die Familien betrifft, und das nicht in nur zwei Wochen Begutachtung durchgepeitscht werden dürfe. „Die Bundesregierung spricht von flexiblem und modernem Arbeiten und von mehr Zeit für die Familie. In diesem Gesetz steht aber genau das Gegenteil. Die maximale Jahreshöchstarbeitszeit wird von 320 auf 416 Stunden erhöht.“
Der steirische Landtagsklubchef Schwarz sagte, es sei bei der Klausur zwar in erster Linie um die Ausschussarbeit und um das nächste Landesbudget gegangen. Die Vorstöße der Regierung müssten aber auch bei den Überlegungen der steirischen SPÖ Thema sein. Die Einführung eines Zwölfstundentages bzw. einer 60-Stunden-Woche „können und wollen wir als steirische Sozialdemokratie nicht hinnehmen“.
Im Rahmen der bundesweiten SPÖ-Kampagne gegen die geplanten Arbeitszeit-Gesetze sollen in der ganzen Steiermark von Murau bis Weiz Straßen- und Verteilaktionen von u.a. Infomaterial stattfinden. Den Abschluss soll eine „lebende Plakatstraße“ in Graz am 29. Juni bilden. Ab 7.30 Uhr werden Aktivisten in der Kärntnerstraße, einer der Haupteinfallsstraßen von Graz, vom Park&Ride Webling ausgehend auf einer Länge von einem Kilometer stadteinwärts auf die Auswirkungen der 60 Stunden-Woche und des Zwölfstundentags aufmerksam machen.
~ WEB http://www.spoe.at ~ APA455 2018-06-26/16:06
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