Antisemitismus-Vorwurf bei Strafprozess in Frankreich
Creteil (Ile-de-France) (APA/dpa) - Dreieinhalb Jahre nach einem äußerst brutalen Raubüberfall in einer Pariser Vorstadt stehen einige der m...
Creteil (Ile-de-France) (APA/dpa) - Dreieinhalb Jahre nach einem äußerst brutalen Raubüberfall in einer Pariser Vorstadt stehen einige der mutmaßlichen Täter vor Gericht. Sie sollen einen jüdischen Mann und seine damalige Partnerin in ihrer Wohnung überfallen haben. Die Frau wurde von einem der Angreifer vergewaltigt.
Der Fall sorgte damals für großes Aufsehen. Der damaligen Innenminister Bernard Cazeneuve rief zum nationalen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus auf.
„Dieses Verbrechen ist ohne die antisemitische Dimension nicht zu verstehen“, sagte einer der Anwälte der Opfer, Patrick Klugman, am Mittwoch in Creteil südöstlich der Hauptstadt laut Nachrichtenagentur AFP. Die Tatverdächtigen wiesen demnach die Antisemitismus-Vorwürfe hingegen zurück.
Die vermummten und bewaffneten Täter hatten bei dem Überfall im Dezember 2014 ausdrücklich die Religionszugehörigkeit erwähnt. „Juden bringen Geld nicht auf die Bank“, habe einer von ihnen gesagt. Vor Gericht stehen zwei Tatverdächtige - ein dritter ist auf der Flucht - sowie zwei mutmaßliche Komplizen. Das Urteil soll Anfang Juli gefällt werden.
Im vergangenen März hatte der gewaltsame Tod der 85-jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll weltweit für Aufsehen gesorgt. Die Jüdin war tot in ihrer ausgebrannten Wohnung im Pariser Osten aufgefunden worden, Ermittler nahmen zwei verdächtige Männer fest.
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