„El Chapo“-Verteidiger: Staatsanwaltschaft hält Entlastendes zurück
New York (APA/dpa) - Im bevorstehenden Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzman in den USA hält die Staatsanwalt...
New York (APA/dpa) - Im bevorstehenden Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzman in den USA hält die Staatsanwaltschaft nach Darstellung seiner Verteidiger entlastende Beweise zurück. Darunter sei die Aussage eines Zeugen, wonach Guzman nicht Chef des Sinaloa-Kartells war, sondern nur dessen Stellvertreter, sagte Anwalt Eduardo Balarezo in New York.
Dort fand am Dienstag eine weitere Gerichtsanhörung im Vorfeld des für September geplanten Strafprozesses statt. Die Staatsanwaltschaft hat erklärt, der Verteidigung wie vom US-Recht vorgeschrieben alle Beweise vorgelegt zu haben, die Guzman im Prozess entlasten könnten. Bei Prüfung der vorliegenden Beweise - darunter um die 40 Zeugen, Tausende Telefon-Mitschnitte und E-Mails sowie mehr als 300.000 Seiten Dokumente - könne im Prozess aber weiteres entlastendes Material auftauchen. Laut Staatsanwaltschaft ist zudem unerheblich, ob Guzman oberster Anführer der Verbrecherorganisation war, weil er untergeordneten Helfern trotzdem Befehle erteilte.
Guzman ist in 17 Punkten angeklagt und sitzt seit seiner Auslieferung an die USA im Jänner 2017 im Süden Manhattans im Gefängnis. Die Auswahl der anonymen zwölfköpfigen Jury soll am 5. September beginnen, der Prozess voraussichtlich am 15. September. Unklar ist noch, ob der Prozess wie von Balarezo beantragt aus dem Stadtteil Brooklyn nach Manhattan verlegt wird, um das tägliche Spektakel samt großer Polizeikolonne auf der Brooklyn Bridge zu vermeiden.
Bei einer Verurteilung droht Guzman lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.
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