Ausstellung im Museumsquartier hinterfragt Produktivitätskonzepte

Wien (APA) - Die morgen, Donnerstag, im frei_raum des Wiener Museumsquartiers startende Ausstellung „Productive Work - What is it supposed t...

Wien (APA) - Die morgen, Donnerstag, im frei_raum des Wiener Museumsquartiers startende Ausstellung „Productive Work - What is it supposed to be?“ diskutiert Produktivität aus unterschiedlichen Blickwinkeln und beleuchtet ihre unterschiedlichen individuellen und gesellschaftlichen Vorstellungen. Gezeigt werden Skulpturen, Installationen, Gemälde, Fotografien und Videoaufnahmen von Performances.

„Produktivität wird meist abstrakt in Zahlen gemessen“, erklärte die Kuratorin Anamarija Batista im Rahmen einer Presseführung am Mittwoch. Die Ausstellung soll hingegen einen anderen Zugang bieten. „Produktivität umfasst auch Wohnen, Arbeiten, Kreativität und Bildung“, erhofft sich Batista eine breitere Debatte, die ihrer Meinung nach auch in die Diskussion um den 12-Stunden Arbeitstag einfließen sollte.

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten zeigen „ungewöhnliche“ Aspekte der Produktivität und sind in vier Themenkreise gegliedert. So wird die Produktivität im Sinne der Repräsentation und Messung von Arbeitsergebnissen, im Sinne des Kontrollverhältnisses zwischen Mensch und Maschine und in Bezug zu Transformation gesellschaftlicher Visionen und Lebensverhältnisse beleuchtet, wobei auch die Störung als Drehschraube der Produktivitätsbedingungen thematisiert ist.

Die Werke der 21 internationalen Künstler vereinen Kunst aus den 1970er-Jahren bis hin zu noch laufenden Projekten. So dokumentieren Alicja Rogalska und Lukasz Surowiec in einer Videoaufnahme ihr Projekt „Tear Dealer“, das die Kommerzialisierung von Emotionen diskutiert: Sie ermutigten Menschen, ihre Tränen zu verkaufen und filmten die Tränenproduktion.

Christina Lammer erforscht mit ihren Arbeiten „Bone Work“ und „Preservation“ die Austauschbarkeit des menschlichen Körpers und menschlicher Körperteile: Mit Abgüssen ihres eigenen Hüftknochens will sie auf die „Verletzlichkeit“ des menschlichen Körpers hinweisen und das Verhältnis zum eigenen Körper studieren. Der Fotograf Igor Eskinja beleuchtet mit „Golden fingers of Louvre“ das Verhältnis zwischen Kunstproduktion und Rezeption und Nika Rukovina thematisiert mit „Manual for house repairs for women“ die durch die fortschreitende Digitalisierung schwindenden Möglichkeiten von Konsumenten, erworbene Geräte, die immer kürzere Lebenszyklen haben, selbst reparieren zu können.

Zu jedem Ausstellungsstück gibt es ein Erklärungsheft, das auch viele leere Seiten aufweist. Hier sollen die Besucher Notizen zu den Werken festhalten, um mit den Werken und den Künstlern in den Dialog zu treten.

(S E R V I C E - Ausstellung „Productive Work - What is it supposed to be?“, 28. Juni bis 2. September im frei_raum Q21 exhibition space, MuseumQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien; Di bis So 13-20h; Eintritt frei. https://www.mqw.at/ )