EU-Vorsitz - 70 Prozent der Jugendlichen sehen Mitgliedschaft positiv

Wien (APA) - Jugendliche in Österreich sehen die EU-Mitgliedschaft überwiegend positiv. Das ergab eine am Mittwoch der APA übermittelte Umfr...

Wien (APA) - Jugendliche in Österreich sehen die EU-Mitgliedschaft überwiegend positiv. Das ergab eine am Mittwoch der APA übermittelte Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE). Demnach haben 70 Prozent der Befragten den Eindruck, dass die EU-Mitgliedschaft Österreichs eher eine „gute Sache“ ist. Sieben Prozent sehen sie als schlecht, 23 Prozent als weder gut noch schlecht.

Für die jährliche ÖGfE-Jugendumfrage wurden im vergangenen Schuljahr 3.168 Jugendliche an 49 Schulen österreichweit schriftlich befragt. Je jünger die Befragten sind, desto positiver wird die EU-Mitgliedschaft den Ergebnissen zufolge beurteilt: Unter Jugendlichen im Alter von 15 Jahren oder jünger bewerten 79 Prozent die EU-Mitgliedschaft als „gute Sache“, unter 19-Jährigen oder älteren Schülern äußern 61 Prozent diese Ansicht. Jugendliche an AHS halten die EU-Mitgliedschaft Österreichs mit einem Wert von 82 Prozent außerdem häufiger für eine „gute Sache“ als Befragte an einer BHS (73 Prozent) oder Berufsschüler (63 Prozent).

62 Prozent aller Befragten sprachen sich in der Umfrage dafür aus, dass in Zukunft innerhalb der EU mehr Entscheidungen gemeinsam auf europäischer Ebene getroffen werden sollen. Fast vier von zehn Befragten (38 Prozent) würden es hingegen vorziehen, wenn künftig mehr auf nationalstaatlicher Ebene entschieden würde.

Zur Zukunft der Europäischen Union zeigten sich zwei von drei befragten Jugendlichen (65 Prozent) „eher zuversichtlich“ und 35 Prozent „eher nicht zuversichtlich“, wobei der Pessimismus mit steigendem Alter etwas zuzunehmen scheint: Während unter den bis zu 15-Jährigen 69 Prozent Zuversicht zum Ausdruck brachten, waren es unter den 19 Jahre alten oder älteren Befragten 60 Prozent. Berufsschüler waren etwas weniger zuversichtlich als Befragte aus anderen Schultypen.

Die Jugendlichen wurden auch um eine Bewertung der EU anhand von Gegensatzpaaren gebeten. Dabei sagten 85 Prozent der Befragten, sie hielten die EU für „demokratisch“, 82 Prozent verbanden sie mit „Freiheit“ statt mit „Zwang“, 78 Prozent bewerteten sie als „solidarisch“, 76 Prozent als „einflussreich“ und 69 Prozent als „sicher“.

65 Prozent beurteilten die Europäische Union zudem als „interessant“, 63 Prozent empfanden sie als „stark“, 58 Prozent als „vertraut“ statt „fremd“ und 57 Prozent als „nahe“. Auffallend ist jedoch auch, dass eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent die EU als „kompliziert“ bewertete und nur 20 Prozent sie als „einfach“ beschrieben. Insgesamt beurteilten Schülerinnen die EU in der von September 2017 bis inklusive Mai 2018 durchgeführten Umfrage in vielen Bereichen etwas positiver als Schüler.

Österreich übernimmt am Sonntag für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. „Die Europäische Integration befindet sich seit geraumer Zeit in unruhigem Fahrwasser - dennoch stehen Jugendliche in Österreich der Mitgliedschaft in der EU überwiegend positiv gegenüber und zeigen sich auch, was die Zukunft der Union betrifft, zuversichtlich“, hielt ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt in einer Aussendung zu den Ergebnissen der Umfrage fest. „Darauf sollte man im Rahmen des österreichischen EU-Ratsvorsitzes und im Hinblick auf die Europawahlen nächstes Jahr aufbauen und die Jugend verstärkt einbinden.“

( 0686-18, 88 x 85 mm)