Prozess um unter Franco gestohlene Babys in Spanien vertagt

Madrid (APA/AFP) - Einen Tag nach seinem Beginn ist ein Prozess im Skandal um den Diebstahl von Babys unter dem spanischen Diktator Francisc...

Madrid (APA/AFP) - Einen Tag nach seinem Beginn ist ein Prozess im Skandal um den Diebstahl von Babys unter dem spanischen Diktator Francisco Franco vertagt worden. Der beschuldigte 85-jährige frühere Gynäkologe Eduardo Vela wurde am Mittwochmorgen wegen „Schmerzen und Schwindels“ ins Krankenhaus eingewiesen, wie sein Anwalt Rafael Casas mitteilte. Laut dem Gericht ist noch unklar, wann der Prozess fortgesetzt wird.

Vela soll 1969 in einem Madrider Krankenhaus die Geburtsurkunde der Klägerin Ines Madrigal gefälscht und ihre Adoptivmutter als ihre leibliche Mutter eingetragen haben. Es ist der erste Prozess in dem Skandal.

Bereits beim Prozessaufakt am Dienstag hatte der 85-Jährige schwach gewirkt und mit dünner Stimme ausgesagt, dass er sich an fast nichts erinnern könne. Vela bestritt zudem, Madrigals Geburtsurkunde unterzeichnet zu haben. „Das ist nicht meine“, sagte er, als ihm die Unterschrift unter dem Dokument gezeigt wurde. „Ich erinnere mich nicht.“

Historiker und Aktivisten gehen davon aus, dass während der faschistischen Herrschaft Francos (1939-1975) zehntausende Babys ihren leiblichen Eltern weggenommen wurden.