Papier zu Kommunion für evangelische Christen veröffentlicht
Bonn (APA/AFP) - Nach monatelangem Streit unter den katholischen deutschen Bischöfen über die Kommunion für evangelische Christen ist heute,...
Bonn (APA/AFP) - Nach monatelangem Streit unter den katholischen deutschen Bischöfen über die Kommunion für evangelische Christen ist heute, Mittwoch, das entsprechende Dokument veröffentlicht worden.
In Absprache mit Papst Franziskus erschien das Papier allerdings „nicht als Dokument der Deutschen Bischofskonferenz“, sondern als „Orientierungshilfe in der Verantwortung der einzelnen Bischöfe“, wie Kardinal Reinhard Marx, Konferenzvorsitzender und Münchner Erzbischof, am Mittwoch in Bonn erklärte. Grund sei, dass „es auch um eine weltkirchliche Dimension geht“.
Die Bischofskonferenz hatte im Februar mit deutlicher Mehrheit beschlossen, dass bei Ehepartnern verschiedener Konfession künftig in Einzelfällen auch der protestantische Partner die Kommunion empfangen darf. Sieben Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki lehnten dies ab und wandten sich an Franziskus, der die deutschen Bischöfe zur Einigung aufrief.
Daraufhin schaltete sich aber die vatikanische Glaubenskongregation ein und meldete Bedenken hinsichtlich der Entscheidungsbefugnis der Bischöfe an. Zuletzt gab es ein klärendes Gespräch von Franziskus mit Marx. Im Kern geht es bei dem Streit um die Frage, welche weltkirchliche Dimension die Entscheidung hat beziehungsweise wie eigenständig die Bischöfe entscheiden dürfen.
Die Bischofskonferenz will über diese Frage im Herbst weiterdiskutieren. Bei der Vollversammlung im September werde „Gelegenheit bestehen, das Thema erneut aufzugreifen“, erklärte Marx. Die Thematik solle dann „weiter vertieft werden“. Papst Franziskus und den vatikanischen Behörden bot Marx „dazu unsere Mitarbeit an“. Um den Text selbst soll es aber nicht mehr gehen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland begrüßte die Veröffentlichung des Texts „nach manchen Wirren und Wegen“. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, zeigte sich „sehr erleichtert“ über die Veröffentlichung. Er wünsche sich, „dass möglichst viele Bischöfe die Pastoral in ihren Diözesen danach ausrichten“.
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