WM 2018

Kolumbien weiter, zwei gelbe Karten retten Japan, Senegal raus

Kolumbiens Yerry Mina köpfelte Kolumbien mit seinem Treffer zum Gruppensieg.
© Reuters

Herzschlag-Finale in Gruppe H: Kolumbien holte sich durch einen 1:0-Erfolg über Senegal Platz eins. Japan verlor gegen Polen, ist dank der Fair-Play-Wertung aber im Achtelfinale.

Senegal - Kolumbien 0:1 (0:0)

Kolumbien hat den Sprung ins Achtelfinale der WM geschafft. Yerry Mina köpfelte die Südamerikaner am Donnerstag in Samara zu einem 1:0-Erfolg gegen den Senegal und damit zum Sieg in Gruppe H. Der Senegal schied hingegen denkbar knapp aufgrund der Fair-Play-Wertung aus. Mit vier Zählern und dem identischen Torverhältnis wie Japan wurden den Afrikanern die Gelben Karten zum Verhängnis. Im Achtelfinale trifft Kolumbien am Dienstag in Moskau (20.00 Uhr) auf den England.

Im Entscheidungsspiel dauerte es eine Viertelstunde bis zum ersten Aufreger: Carlos Sanchez attackierte im Strafraum den durchbrechenden Senegal-Star Sadio Mane, Schiedsrichter Milorad Mazic entschied ohne zu Zögern auf Elfmeter. Nach Videobeweis-Studium nahm Mazic die Entscheidung aber wieder zurück - Sanchez hatte bei seinem Tackling den Ball gespielt.

Danach regierten in Samara lange Vorsicht und taktische Disziplin. Der Senegal hatte mehr vom Spiel, richtig gefährlich wurde es aber für Kolumbien-Goalie David Ospina nicht. Dennoch hatten die Südamerikaner nach einer halben Stunde einen Nackenschlag zu verdauen, als Regisseur James Rodriguez verletzt ausgewechselt werden musste (31.).

Auch nach dem Wechsel lud das Spiel kaum zu Begeisterungsstürmen ein. Dennoch brandete in der 59. Minute bei Kolumbiens Fans Jubel auf, als im Parallelspiel Polen gegen Japan in Führung ging. Sechs Minuten später sahen sie die erste richtige Annäherung ihrer Mannschaft ans Tor: Ein Abschluss von Luis Muriel, der für James gekommen war, wurde gerade noch von Kalidou Koulibaly geblockt (65.).

Als fünftes afrikanisches Team überstand Senegal die Vorrunde nicht. Die Enttäuschung war freilich groß.
© Reuters

Es schien, als hätten "Los Cafeteros" vierzig Minuten gebraucht, um den Ausfall ihres Lenkers zu verdauen. Rodriguez unterstützte Jose Pekerman inzwischen in der Coaching-Zone und sah, wie Mina wuchtig zur Führung einköpfelte (74.). Auf der Gegenseite war Goalie Ospina beim Abschlüssen u.a. von Niang (77.) Sarr (80.) und Mane (84.) zur Stelle. Der Senegal verabschiedete sich denkbar unglücklich als letzte afrikanische Mannschaft mit Achtelfinal-Chancen aus Russland.

Japan - Polen 0:1 (0:0)

Mit einem blauen Auge sind Japans "Blaue Samurai" ins Achtelfinale der WM eingezogen. Die Asiaten kassierten am Donnerstag in Wolgograd zwar ein 0:1 (0:0) gegen die bereits vor der Partie chancenlosen Polen und hatten bei gleicher Punktzahl sowie identischem Torverhältnis nur aufgrund der Fair-Play-Wertung in Gruppe H die Nase vor dem drittplatzierten Team des Senegal.

Vier Gelbe Karten entschieden schließlich zugunsten der Japaner, Senegal hatte in den drei Vorrundenpartien insgesamt sechs Verwarnungen kassiert.

In einer Partie, die im Finish aufgrund der dann bereits absehbaren Lage in der Gruppe höchst unmotiviertes Ballgeschiebe bot, war es ein Tor von Jan Bednarek (59.), das die Entscheidung brachte. Die mit großen Hoffnungen nach Russland gereisten Polen verhinderten damit immerhin den "Nuller" und das schlechteste WM-Abschneiden ihrer Historie. Japan schaffte nach 2002 und 2010 zum dritten Mal den Einzug ins Achtelfinale, das stets auch Endstation war. Auch diesmal sind die Asiaten gegen Gruppe-G-Sieger Belgien Außenseiter.

Im Finish kam noch ein Österreich-Aspekt ins Spiel: Beide Teams stellten komplett ab, die "Schande von Gijon" ließ grüßen: Bei der WM 1982 hielten sich Deutschland und Österreich eine Hälfte lang trotz rot-weiß-rotem Rückstand (0:1) streng an den Nichtangriffspakt, der beiden Teams auf Kosten Algeriens den Aufstieg brachte.

Dank der Fair-Play-Wertung hatten Japans Fans Grund zum Jubeln.
© Reuters