Zahl der Schweizer Banken sinkt weiter
Zürich/Bern (APA/awp/sda) - Die Zahl der Schweizer Banken schrumpft weiter: Laut der Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ...
Zürich/Bern (APA/awp/sda) - Die Zahl der Schweizer Banken schrumpft weiter: Laut der Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) waren es 2017 noch 253 Institute, nach 261 im Jahr zuvor. Neun Institute verschwanden, eine ausländische Bank eröffnete eine Filiale in der Schweiz. Vor gut zwanzig Jahren hatten noch mehr als 400 Banken der SNB ihre Jahresrechnung eingereicht.
Von den 253 verbliebenen Banken erzielte im vergangenen Jahr die überwiegende Mehrheit einen Gewinn. Lediglich 24 Banken schrieben einen Verlust, wie die SNB am Donnerstag in ihrem jährlichen Bericht „Die Banken in der Schweiz“ festhält.
Der aggregierte Gewinn der 229 profitablen Institute belief sich auf 10,3 Mrd. Franken (8,9 Mrd. Euro). Die Banken in den roten Zahlen wiesen zusammen einen Verlust von 0,5 Mrd. Franken aus. Die Gewinne und Verluste aller Banken summierten sich damit auf 9,8 Mrd. Franken.
Das ist um knapp ein Viertel mehr als im Vorjahr, als unter dem Strich 7,9 Mrd. Franken resultierten. Dies liegt laut Mitteilung der SNB vor allem daran, dass die defizitären Banken im letzten Jahr weniger Verlust schrieben. 2016 hatten 35 Institute einen aggregierten Verlust von 3,3 Mrd. Franken ausgewiesen.
Die Schweizer Banken steckten erneut viel Geld in Wohneigentum: Die aggregierten Hypothekarforderungen zogen mit plus 2,7 Prozent erneut stark an. Ihr Anteil an der gesamten Bilanzsumme der Banken betrug damit knapp 30 Prozent.
Während die ausstehenden Hypotheken bei den beiden Großbanken stabil blieb, liehen die Raiffeisenbank (+4,4 Prozent), „Andere Banken“ (+4,3 Prozent) sowie die Kantonalbanken (+3,8 Prozent) weiter neues Geld für den Kauf von Immobilien aus.
Insgesamt erreichten die Hypothekarforderungen gegenüber dem Inland einen Stand von 974,7 Mrd. Franken. Die Einlagen der Kunden erreichten gleichzeitig 1.788 Mrd. Franken; mit einem Plus von 1,0 Prozent nahmen sie aber erneut weniger zu als die verliehenen Hypotheken.
Trotz Mehrgeschäfts im Hypothekenbereich war das Zinsgeschäft der Schweizer Banken erneut leicht rückläufig. Der entsprechende Bruttoerfolg sank um 0,1 Mrd. auf 24,0 Mrd. Franken. Die Zinsaufwände nahmen leicht stärker zu als die Zinserträge, hält die SNB fest. Das Zinsgeschäft bildet vor allem bei den Kantonal- und Regionalbanken, den Sparkassen, den Raiffeisenbanken und den „Anderen Banken“ den wichtigsten Ertragspfeiler.
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, wo die Börsen- und Privatbanken sowie die Filialen ausländischer Banken den größten Teil der Einnahmen generieren, erhöhte sich dagegen um 0,8 Mrd. auf 21,7 Mrd. Franken, nachdem er in den Vorjahren jeweils rückläufig gewesen war. Dazu beigetragen habe hauptsächlich der gestiegene Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft.
Und die Schweizer Banken zahlen ihren Kunden so wenig Zins wie kaum je zuvor. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Zins auf inländischen Franken-Guthaben bei 0,15 Prozent. Das sind 0,03 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Die Unterschiede zwischen den Banken sind mittlerweile gering: Von Sparkasse über Raiffeisen- bis Großbank liegen die Zinsen bei durchschnittlich 0,19 bis 0,20 Prozent. Die Filialen ausländischer Banken erheben gar einen Strafzins von durchschnittlich minus 0,29 Prozent.
Auch die Anzahl Personen, die bei den Banken arbeiten, war rückläufig. Die Zahl der Beschäftigten (gemessen in Vollzeitäquivalenten) sank um 8,6 Prozent auf 110.413. Im Inland sank der Personalbestand um 7.822 Beschäftigte auf 93.554 (-7,7 Prozent).
Das liegt laut der SNB vor allem an den Großbanken. Diese hätten Dienstleistungsaufgaben samt Personal - rund 10.000 Beschäftigte - in konzerninterne Gesellschaften ausgelagert. Da diese Dienstleister nicht über eine Bankenlizenz verfügen, fließt ihr Personalbestand auch nicht in die Bankenstatistik ein.
Ohne diese Sondereffekte sei weiterhin nur ein leichter Rückgang bei der Beschäftigung in der Bankbranche zu beobachten, hält daher der Arbeitgeberverband der Banken in der Schweiz fest. Zusätzliche Mitarbeiter angestellt hätten die Börsenbanken (+370 Beschäftigte) und die Raiffeisenbanken (+212 Beschäftigte).
~ WEB http://www.snb.ch/de/ ~ APA342 2018-06-28/14:00
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