Mattis: Die USA stehen „eisern“ zur Allianz mit Südkorea

Seoul (APA/dpa) - Im Ringen um eine weitere Entschärfung des Atomkonflikts mit Nordkorea haben die USA die Aussetzung gemeinsamer Militärman...

Seoul (APA/dpa) - Im Ringen um eine weitere Entschärfung des Atomkonflikts mit Nordkorea haben die USA die Aussetzung gemeinsamer Militärmanöver mit Südkorea verteidigt. „Die kürzlich getroffene Entscheidung, die Übung „Freedom Guardian“ auszusetzen, schafft eine größere Chance für unsere Diplomaten, zu verhandeln“, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Song Young-moo in Seoul.

Die Aussichten für eine friedliche Lösung auf der koreanischen Halbinsel würden sich dadurch erhöhen. Mattis bekräftigte zugleich, die USA stünden „eisern“ zur Allianz mit Südkorea. „Das umfasst auch die Beibehaltung der derzeitigen US-Truppenstärke auf der koreanischen Halbinsel.“ Die USA haben derzeit dort 28.500 Soldaten als Abschreckung gegen Bedrohungen aus Nordkorea stationiert.

Derzeit stehen die Zeichen im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm auf Entspannung. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump am 12. Juni in Singapur seine Bereitschaft zur „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Eine gemeinsame Erklärung der beiden wurde jedoch kritisiert, weil sie keine konkreten Angaben zur Methode und zum zeitlichen Ablauf der atomaren Abrüstung enthielt.

Trump hatte in Singapur mit der Ankündigung überrascht, die „Kriegsspiele“ mit Südkorea aussetzen zu wollen. Später hieß es aus Washington, Mattis habe in Abstimmung mit dem Verbündeten ausgewählte Manöver auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Betroffen seien das Manöver „Freedom Guardian“ im August sowie zwei Austauschprogramme für Übungsmanöver der südkoreanischen Marine.

Am Mittwoch hatte der Befehlshaber der US-Streitkräfte Korea (USFK), Vincent Brooks, betont, dass nicht die Beendigung aller Manöver geplant sei. Vielmehr schaffe die Entscheidung mehr Spielraum, um die Gespräche mit Nordkorea voranzubringen. Die Entscheidung stieß in den USA und Südkorea anfangs auf Skepsis. Unter anderem wurde sie als größeres Zugeständnis an die international isolierte Führung in Pjöngjang gesehen, die die Manöver der USA mit Südkorea stets als Provokation verurteilt hatte.

Mattis sagte in Seoul, die USA würden weiter ihre ganze Bandbreite diplomatischer und militärischer Fähigkeiten nutzen, um Südkorea beizustehen. „Beide Minister teilen die Ansicht, dass die enge Zusammenarbeit für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Schaffung von Frieden inmitten dynamischer Veränderungen der Sicherheitslage wichtig ist“, hieß es nach dem Treffen zwischen Mattis und Song in einer gemeinsamen Erklärung.

Südkorea war nach China die zweite Station der Asienreise des US-Verteidigungsministers. Am Freitag wird er in Gespräche in Tokio führen.