Kneissl: „Müssen europäische Debatten wieder interessanter machen“
Wien (APA) - Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat am Donnerstag die Notwendigkeit betont, Debatten auf europäischer Ebene wieder „viel in...
Wien (APA) - Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat am Donnerstag die Notwendigkeit betont, Debatten auf europäischer Ebene wieder „viel interessanter“ zu gestalten. Kneissl hielt im Wiener Austria Center die Abschlussrede zur EU-Parlamentssimulation MEPxAustria, die ein besseres Verständnis für EU-Politik von jungen Europäern im Alter von 17 bis 20 Jahren zum Ziel hatte.
Entscheidungsprozesse in der EU seien aufgrund der hohen Mitgliederzahl oft schwerfällig, so die Außenministerin. Sie verglich die EU mit einem Abendessen mit Freunden: Wenn zu viele Gäste geladen seien, könne kein gemeinsames Tischgespräch mehr stattfinden. Dennoch sei sie nach sieben Monaten im Amt „positiv überrascht“, wie viel man in der Politik bewegen könne.
Migration und Sicherheit seien die „Themen unserer Zeit“, zeigte sich Kneissl in Bezug auf die Themenwahl der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2018 zufrieden. Auf die Gefahr des internationalen Terrorismus angesprochen, sagte Kneissl, dass sie einen Rückgang des religiösen Extremismus im Nahen Osten erwarte: „Die Menschen sind frustriert, enttäuscht, und haben genug davon, was im Namen ihrer Religion geschieht.“
Die Außenministerin kam in spontaner Vertretung der Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) und - zur Freude der jungen Teilnehmer - in Begleitung ihrer Hunde zu der Abschlussveranstaltung des MEPxAustria. Das von Schülern selbst organisierte Model European Parliament (MEP) fand von 22.- 29. Juni in Wien statt. Knapp 100 Jugendliche aus der gesamten Union arbeiteten in dieser Zeit an Resolutionen zu aktuellen EU-Themen. Die am Donnerstag präsentierten Vorschläge - darunter etwa temporäre Reisebeschränkungen von und nach Syrien, Libyen und Irak zum Zweck der Terrorismusbekämpfung - sollen auch an Politiker auf nationaler und europäischer Ebene weitergeleitet werden.
MEPxAustria soll nach Angaben der Veranstalter der vorherrschenden Politikverdrossenheit von Jugendlichen entgegenwirken und aktiv deren Verständnis für EU-Politik fördern.
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