Griffnerhaus-Pleite 2013 wieder Thema bei Strafprozess in Klagenfurt
Klagenfurt (APA) - Am Landesgericht Klagenfurt ist am Donnerstag die Millionenpleite des Kärntner Fertighausherstellers Griffnerhaus Anfang ...
Klagenfurt (APA) - Am Landesgericht Klagenfurt ist am Donnerstag die Millionenpleite des Kärntner Fertighausherstellers Griffnerhaus Anfang des Jahres 2013 Thema gewesen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft zwei ehemaligen Vorständen und einem Buchhalter grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vor. Es geht um zu hohe Honorare und nachlässigen Umgang mit der Buchhaltung.
Laut Anklage wurden an die Angeklagten trotz problematischer Lage des Unternehmens überhöhte Honorare ausbezahlt und es verabsäumt, die notwendigen monatlichen Auswertungen zu erstellen. Dadurch habe man die Schieflage des Unternehmens zu spät erkannt und schließlich Insolvenz anmelden müssen. Dabei seien viele Gläubiger um ihre Forderungen umgefallen. Laut Masseverwalter sollen es mehr als 28 Millionen Euro sein. Nur einer der früheren Vorstände, er war auch wesentlich an dem Unternehmen beteiligt, bekannte sich schuldig.
Die Zeugen, weitere ehemalige Vorstände und Buchhalter, zeichneten kein positives Bild von der wirtschaftlichen Führung des Unternehmens. Nach der Übernahme des Unternehmens musste Griffnerhaus Patente, die der Voreigentümer ausgelagert hatte, zurückkaufen, was eine erhebliche Belastung dargestellt habe. Ein früherer Vorstand berichtete, dass er wegen der rückläufigen Auftragslage die Notwendigkeit für eine Redimensionierung und Kostenreduktion gesehen habe. Damit habe er sich aber gegen die Expansionspläne des zweiten Vorstands nicht durchsetzten können. Deshalb habe er die Konsequenzen gezogen und das Unternehmen verlassen.
Ein früherer Buchhaltungs-Abteilungsleiter sagte aus, er hätte von sich aus gekündigt, weil bei der Bilanzerstellung von oben Druck bezüglich der Bewertung von nicht abgeschlossenen Projekten gekommen sei. Dann sagte noch ein Zeuge aus, der in den letzten Wochen vor der Insolvenz als Sanierer ins Unternehmen geholt worden war. Er erklärte, er habe sehr schnell gemerkt, dass die Kalkulationen und Deckungsbeiträge nicht gestimmt hätten und dass Eingangsrechnungen zu langsam ihren Weg in die Buchhaltung fanden. Diese Probleme hätte man schon ein Jahr früher erkennen und lösen müssen. Nachdem ein Investor absprang, sei dann an einer Insolvenz kein Weg mehr vorbei gegangen.
Der Gutachter erklärte, dass schon ein halbes Jahr vor der Pleite die Zahlungsunfähigkeit absehbar gewesen sei. Schon seit Jahren habe das Unternehmen Probleme gehabt, wovon auch mehrere Konzepte zur Sanierung, Kapitalzuschüsse und ein Schuldenschnitt bei der Hypo von 4 Mio. Euro zeugen würden. Er gehe von fehlenden, aussagekräftigen Berichten aus, sagte der Sachverständige. Nach dem, was er vorgefunden habe, sei es nicht möglich gewesen, einen Überblick über die Wirtschaftslage des Unternehmens zu bekommen. Für reichlich Diskussionen sorgte die Berechnung der Honorare, die ein Vorstand bezogen hatte. Laut Finanzamtsbericht seien es mehr als 490.000 Euro in zwei Jahren gewesen, so der Gutachter. Der Angeklagte bestritt die Richtigkeit des Gutachtens.
Wann der nächste Prozesstermin stattfindet, war zunächst unklar.
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