Formel 1: Vettel fühlt keinen Druck: „Wo gehobelt wird, fallen Späne“
Spielberg (APA) - Ferrari-Star Sebastian Vettel sieht sich durch seinen folgenschweren Patzer beim Großen Preis von Frankreich nicht zusätzl...
Spielberg (APA) - Ferrari-Star Sebastian Vettel sieht sich durch seinen folgenschweren Patzer beim Großen Preis von Frankreich nicht zusätzlich unter Druck. „Letzten Endes ist es so passiert. Ich denke, irgendwo gehört es auch dazu. Wo gehobelt wird, fallen Späne“, kommentierte der WM-Herausforderer am Donnerstag in Spielberg sein Malheur. „Ich habe es eingeordnet als Fehler von mir, und dazu stehe ich auch.“
Vettel war am vergangenen Sonntag in Le Castellet unmittelbar nach dem Start mit Mercedes-Pilot Valtteri Bottas zusammengestoßen. Dabei fuhr der Deutsche gegen das linke Hinterrad des Finnen, beide mussten das Feld anschließend nach gröberen Reparaturarbeiten von hinten aufrollen. Vettel belegte immerhin trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe noch den fünften Platz, Bottas kam nicht über Rang sieben hinaus.
In italienischen, aber auch in englischen Medien wurde Vettel wegen des missglückten Manövers hart kritisiert. Für den Deutschen geht es wie für Mercedes-Topmann Lewis Hamilton heuer um seinen bereits fünften WM-Titel in der Formel 1. Bei diesem harten Zweikampf dürfe man sich solche Fehler nicht erlauben, so der Tenor. „Ich glaube, was die Leute nicht sehen, ist wie viel kleine Kleinigkeiten auf dem Level letzten Endes den Unterschied ausmachen können“, verteidigte sich Vettel.
Er habe in der Situation keineswegs heißblütig oder irrational agiert. „Es ist nicht so, als hätte ich etwas Wildes probiert. Ich denke, in dem Moment habe ich ganz kühl abgeschätzt und ein bisschen unterschätzt, wie viel Grip ich verliere“, meinte Vettel. „Hätte ich vielleicht eine halbe Sekunde früher gebremst, wäre es überhaupt kein Problem gewesen.“
Die Weltmeisterschaft sei zu diesem Zeitpunkt, knapp vor Halbzeit der Saison mit 21 Rennen, noch nicht entschieden. Vettel hat vor dem neunten WM-Lauf auf dem Red Bull Ring in der Steiermark 14 Punkte weniger auf dem Konto als Spitzenreiter Hamilton. „Ich glaube, wir haben auch schon Tage rausgerissen, wo wir vielleicht hätten nicht gewinnen sollen oder nicht weit vorne sein sollen. So läuft es eben manchmal“, sinnierte der 30-Jährige. Wenn ihm in der Endabrechnung nur wenige Zähler fehlen würden, „dann ist es eben so passiert“.
Auch bei Mercedes sieht man das Thema nicht so ernst wie fallweise in Italien. „Sebastian ist emotional und mit Passion bei der Sache, das ist gleichzeitig eine Stärke. Manchmal geht‘s mit ihm durch, dann kostet es Punkte, aber dieser Antrieb und dieser Ehrgeiz, den er hat, sind definitiv Gründe, warum er ein vierfacher Weltmeister ist“, meinte Wolff angesprochen auf Vettels Risikofreudigkeit in diesem Jahr.
„Jeder macht einmal Fehler“, betonte Hamilton. Dass die Rennjury dem Deutschen nur eine Fünf-Sekunden-Strafe aufbrummte, verstehe er allerdings nicht. „Das ist für dieses Vergehen nicht angemessen“, erläuterte der Engländer.
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