Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Konjunkturängste haben am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt nach unten gezogen. Der DAX schloss mit ein...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Konjunkturängste haben am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt nach unten gezogen. Der DAX schloss mit einem Minus von 1,39 Prozent bei 12.177,23 Punkten. Seine Vortageserholung war damit dahin. Seit Mitte Juni hat der Index - vor allem wegen des sich zuspitzenden Handelskonflikts zwischen den USA und anderen Industrienationen - rund tausend Punkte verloren.

Ein Grund für die Verluste am Donnerstag war eine erneute Gewinnwarnung des Lichtspezialisten und Autozulieferers Osram, der die Stimmung für viele Autowerte trübte. Zudem zeigten aktuelle Daten, dass die US-Wirtschaft schwächer ins Jahr gestartet war als bisher bekannt. Für Zurückhaltung an den Börsen sorgte auch der EU-Gipfel, bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Asylpolitik unter Erfolgsdruck steht.

Es mangle derzeit an Strohhalmen, an die sich Optimisten klammern könnten, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Der Handelskrieg ist die dominante Bedrohung, vor allem weil das Thema einen ganzen Rattenschwanz an Folgen nach sich ziehen könnte, die sich momentan nur schwer erahnen ließen.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Donnerstag um 1,48 Prozent auf 25.582,36 Punkte nach unten und der Technologiewerte-Index TecDAX sank um 2,70 Prozent auf 2.647,70 Zähler.

Zuletzt hatten vor allem die Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump, hohe Zölle auf Autoimporte aus der EU zu erlassen, die Branche belastet. Viele Autohersteller tun sich derzeit aber auch schwer, in ausreichender Zahl Automodelle für die EU nach dem neuen Abgasstandard WLTP zertifizieren zu lassen - ab dem 1. September dürfen nur noch Autos verkauft werden, die das neue, realistischere Testverfahren durchlaufen und bestanden haben.

Die Unsicherheit in der Autoindustrie bekommt nun auch Osram zu spüren und kappte - aber auch wegen Projektverzögerungen im Smartphone-Geschäft - seine Jahresprognose. Die Osram-Aktien brachen daraufhin um mehr als ein Fünftel ein. Börsianer sprachen von einem Vertrauensverlust, nachdem der Konzern bereits vor zwei Monaten die Gewinnerwartungen zusammengestrichen hatte.

Die Hiobsbotschaft zog die gesamte Branche nach unten. Im DAX sanken die Papiere des Chipproduzenten und Autozulieferers Infineon um mehr als 4 Prozent. Continental, Volkswagen, Daimler und BMW fielen nicht ganz so deutlich. Im MDax sackten Zuliefererwerte wie Hella, Leoni, Dürr und Schaeffler deutlich ab.

Die Optikerkette Fielmann enttäuschte die Anleger mit den vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr. Die Anteilscheine brachen um 13 Prozent ein. Bei den Nebenwerten nahmen Anleger bei Isra Vision Kursgewinne mit. Die Papiere des Industrie-Ausrüsters fielen um rund 9 Prozent, nachdem sie sich allein seit Anfang April fast verdoppelt hatten.

Adidas-Aktien sanken nach dem historisch frühen Aus der deutschen Fußballer bei der WM in Russland um 2,70 Prozent. Die Papiere des Konkurrenten Puma profitierten hingegen mit einem Plus von 3,72 Prozent auf 487,50 Euro von einem positiven Analystenkommentar der Investmentbank Goldman Sachs. Die Experten erhöhten das Kursziel auf 600 Euro.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA548 2018-06-28/18:18