Studie: Mehr als 130 Politiker vor Wahlen in Mexiko getötet
Mexiko-Stadt (APA/AFP) - Eine Welle der Gewalt an Politikern hat den Wahlkampf in Mexiko überschattet. Seit Beginn des Wahlkampfes für die a...
Mexiko-Stadt (APA/AFP) - Eine Welle der Gewalt an Politikern hat den Wahlkampf in Mexiko überschattet. Seit Beginn des Wahlkampfes für die am kommenden Sonntag stattfindenden Wahlen seien 133 Politiker getötet worden, teilte das Institut Etellekt am Donnerstag mit. Die meisten Opfer habe es auf lokaler Ebene gegeben.
„Mindestens 71 Prozent der Angriffe haben auf gewählte Amtsträger oder auf Kandidaten für kommunale Mandate gezielt“, sagte Etellekt-Direktor Ruben Salazar im Sender Radio Formula zu den Ergebnissen der Studie. Während des Wahlkampfs 2012 seien lediglich neun Politiker ermordet worden, darunter ein Kandidat.
Salazar verwies auf „sehr schwere Probleme auf der lokalen Regierungsebene“ in Mexiko, wo sich Drogenkartelle seit Jahren einen blutigen Machtkampf liefern. Unter den Opfern in diesem Wahlkampf waren den Angaben zufolge insgesamt 48 Kandidaten für Gemeinderatsposten - 28 Vorwahl-Kandidaten und 20 Kandidaten für die Kommunalwahlen.
Am Sonntag finden in Mexiko Präsidentschafts-, Parlaments-, Regional- und Kommunalwahlen statt. 18.000 Mandate werden neu besetzt. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum seit Beginn des Wahlkampfes im September bis zum Wahlkampfende am Mittwoch.
Seit Beginn des Krieges der Regierung gegen die Drogenbanden im Jahr 2006 wurden in Mexiko mehr als 200.000 Menschen getötet, 30.000 Menschen werden vermisst. Im vergangenen Jahr verzeichnete das lateinamerikanische Land die Rekordzahl von 25.339 Morden.
Salazar führte die Zunahme der Gewalt kürzlich in einem AFP-Interview auf die Fragmentierung der Drogenkartelle zurück. Neue Untergruppen wollten Politiker loswerden, „mit denen sie keinen Deal machen können“. Hauptthema des Wahlkampfs war neben der Gewalt im Land die Korruption.
Kommentare