Wenn aus Nöten Freundschaft entsteht
Kufstein – Mit drei Jahrzehnten blickt Kufstein auf eine lange Städtepartnerschaft mit dem schweizerischen Frauenfeld und dem italienischen ...
Kufstein –Mit drei Jahrzehnten blickt Kufstein auf eine lange Städtepartnerschaft mit dem schweizerischen Frauenfeld und dem italienischen Rovereto zurück. „Oft waren es die schlimmen Dinge, die uns zusammengeführt haben“, wirft Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel bei den Jubiläumsfeierlichkeiten einen Blick zurück. So habe Frauenfeld nach dem zweiten Weltkrieg die Kufsteiner mit lebenswichtigen Gütern versorgt, auch die Kinder habe man vorübergehend in die Schweiz geschickt, „um sie quasi wieder aufzupäppeln“, so Kufsteins Stadtchef.
In Rovoreto läute man noch heute die Glocke im Kirchturm 100-mal als Zeichen gegen den Krieg und für den Frieden, „ähnlich, wie das bei uns mit der Heldenorgel der Fall ist“, zieht Krumschnabel den Vergleich.
Etliche gegenseitige Besuche ließen in den vergangenen 30 Jahren aus einer Partnerschaft eine Freundschaft entstehen – obgleich die politischen Gesichter im Laufe der Zeit immer wieder ausgetauscht wurden.
Auch national haben die Kufsteiner 2002 neue Freunde gefunden: Damals setzte ein Hochwasser in Niederösterreich der Winzerstadt Langenlois zu – tatkräftige Unterstützung kam damals auch aus der Festungsstadt. 2012 wurden die beiden Städte schließlich offiziell Partner. Die Solidarität leide stark unter der derzeitigen Situation in der EU, klagt Krumschnabel. „Wir wollen nicht nur zu den Sektgläsern, sondern auch zu Schaufel und Hammer greifen, sollte es nötig sein“, verspricht der Bürgermeister, die Freundschaft auch künftig nicht nur auf dem Papier zu pflegen. Dazu seien auch die hiesigen Vereine eingeladen, Ausflüge in die Partnerstädte zu machen. Die Fahrtkosten dafür würde die Stadt tragen. (jazz)
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