Umstrittenen Radweg verlegt
Das Landesverwaltungsgericht entscheidet über den Bau eines asphaltierten Radwegs am Ostufer des Pillersees. Nach einer Umplanung dürfte es grünes Licht geben.
Von Michael Mader
St. Ulrich a. P. –Er hätte laut Michael Reischer von der Landesumweltanwaltschaft Tirol nicht nur schrecklich ausgeschaut, er hätte u. a. auch schützenswerte Biotope wie eine Buckelwiese usw. durchschnitten. Die Rede ist von einem asphaltierten Radweg, der entlang des Ostufers des Pillersees parallel zum bestehenden Fußweg verläuft. Der soll auf einer Länge von 1400 Metern und einer Gesamtbreite von drei Metern errichtet und mit insgesamt 34 Laternen beleuchtet werden. Wie berichtet, hat die Landesumweltanwaltschaft gegen die naturschutzrechtliche Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel Beschwerde eingereicht.
Bei der Verhandlung am Landesverwaltungsgerichtshof kam es zu keiner Entscheidung, mehr Aufschluss sollte eine Begehung vor Ort bringen. Die hat es mittlerweile gegeben – mit dabei Bürgermeisterin Brigitte Lackner sowie Vertreter der Bezirkshauptmannschaft, der Landesumweltanwaltschaft, der Gemeinde, der Grundbesitzer, und ein Richter des Landesverwaltungsgerichts.
„Wir werden den Weg jetzt auf 200 oder 300 Metern Länge verlegen“, erklärt Lackner. Damit seien eigentlich alle einverstanden, aber der Landesumweltanwalt sei trotzdem dagegen. Stimmt nicht ganz, sagt Reischer. Er habe noch vor Ort gesagt, dass es in Ordnung sei, wenn der Weg gerade bei der schönsten Liegewiese nicht parallel zum Fußweg verlaufe, sondern beim Waldrand. „Dann ist zumindest die landschaftliche Beeinträchtigung nicht mehr so stark und es hat ja auch Vorteile, wenn die Radfahrer und Fußgänger einen etwas weiteren Abstand voneinander haben. Nur die Beschwerde ziehen wir nicht zurück, weil der Radweg doch eine mittlere Beeinträchtigung ist“, geht Reischer davon aus, dass der Weg nun genehmigt werden wird.
Das hofft auch Lackner, die anführt, dass diese Maßnahme dringend erforderlich ist: „Vor allem am Wochenende und mittlerweile auch unter der Woche ist hier sehr viel los. Der Fußweg ist sehr stark frequentiert und auch sehr beliebt, weil er sehr flach ist. Doch es kommt hier auch immer wieder zu Unfällen.“ Unzählige Bustouristen, Radfahrer und Spaziergänger mit Kinderwägen würden sich nämlich den bestehenden Weg teilen müssen.
Seit mindestens zwei Jahren sei man deshalb bereits an einem eigenen Radweg dran. Reischer und Lackner rechnen bald mit einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts. Gebaut werde der Weg aber laut Lackner trotzdem erst im Herbst: „Jetzt in der Hauptsaison geht das nicht. Wenn die Entscheidung da ist, müssen wir uns zudem erst noch Angebote für den Bau einholen.“
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