Bosch stellt Verpackungstechnik zum Verkauf
Frankfurt/Gerlingen (APA/Reuters) - Der deutsche Technologiekonzern Bosch will sich vom Geschäft mit Verpackungsmaschinen für die Pharma- un...
Frankfurt/Gerlingen (APA/Reuters) - Der deutsche Technologiekonzern Bosch will sich vom Geschäft mit Verpackungsmaschinen für die Pharma- und Lebensmittelindustrie trennen. Die Sparte mit ihren rund 6.100 Mitarbeitern in 15 Ländern gehöre nicht zum Kerngeschäft des Konzerns und brauche eine andere Aufstellung auf ihrem mittelständisch geprägten Markt, erklärte der Stiftungskonzern am Freitag.
Bosch könne sich damit stärker auf den Trend zur Digitalisierung konzentrieren, erklärte Industrietechnik-Chef Stefan Hartung. „Wesentliches Ziel ist, dass alle Mitarbeiter und Standorte von einem Bewerber übernommen werden.“ Konkrete Interessenten gebe es noch nicht. Der Prozess werde vermutlich etwas länger als ein Jahr dauern.
Der Geschäftsbereich habe im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro erzielt, im Vergleich zu 2016 war das eine Stagnation. In den vergangenen zehn Jahren habe es jedoch starkes Erlöswachstum gegeben, allerdings hätten einzelne Bereiche zuletzt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Deshalb werde derzeit am Standort Waiblingen über den Abbau von 120 der 900 Stellen dort verhandelt. In Deutschland arbeitet etwa die Hälfte der Mitarbeiter der Verpackungstechnik, der größte Standort mit rund 1.100 Beschäftigten ist in Crailsheim.
Hartung machte keine Angaben dazu, ob die Sparte profitabel ist und welchen Kaufpreis sich Bosch vorstellt. „Es ist nicht so, dass wir eine Situation haben, wo wir verzweifelt einen Käufer suchen, es ist ein wertvolles Unternehmen“, betonte er. In den kommenden Jahren werde eine steigende Nachfrage erwartet. Mit seiner Kombination von Verpackungsmaschinen für die beiden Industrien Pharma und Lebensmittel sei es eines der größten Unternehmen der stark fragmentierten Branche. Ein weiterer großer Anbieter ist der italienische Maschinenbauer IMA.
Da das Unternehmen als Ganzes verkauft werden soll, bestehe der Kündigungsschutz für die Beschäftigten weiter. Bosch sei offen für strategische Käufer wie auch Finanzinvestoren, auch Konsortien von Mittelständlern seien vorstellbar.
~ WEB http://www.bosch.de ~ APA222 2018-06-29/11:24
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