Europas Leitbörsen zu Mittag weiter mit Gewinnen

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Freitag zu Mittag weiter klar fester gezeigt. Stabilität an den Finanzmärkt...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Freitag zu Mittag weiter klar fester gezeigt. Stabilität an den Finanzmärkten brachte die Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen in Brüssel.

Die Regierungschefs der EU-Länder konnten sich am Freitagmorgen nach zähen Verhandlungen auf eine Verschärfung der europäischen Asylpolitik einigen. Zudem wird der Schutz der EU-Außengrenzen verstärkt. Es ist allerdings noch offen, ob mit den Beschlüssen auch der Koalitionsstreit und die Regierungskrise in Deutschland beigelegt werden kann.

Bei den Konjunkturdaten stehen einige Zahlenveröffentlichungen auf dem Programm: Unter anderem wurde heute Vormittag in der Eurozone die Schnellschätzung zu den Verbraucherpreisen für Juni veröffentlicht. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise im Währungsraum 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das ist die höchste Rate seit Februar 2017. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet.

Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 12.20 Uhr mit plus 1,17 Prozent oder 39,28 Zähler auf 3.404,80 Punkte. Der DAX in Frankfurt gewann zu Mittag 1,06 Prozent oder 129,41 Zähler auf 12.306,64 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,88 Prozent oder 66,83 Einheiten auf 7.682,46 Punkte.

Abseits des Euro-Stoxx-50 verloren die Aktien von H&M in Stockholm mehr als 4 Prozent. Der Textilkonzern hatte gestern für das zweite Quartal einen um mehr als ein Fünftel geschrumpften Gewinn gemeldet. Unternehmenschef Karl-Johan Persson hatte allerdings bereits vor einem enttäuschenden Geschäft gewarnt und erwartet nun eine Besserung.

Im Leitindex der Eurozone gab es zu Mittag nur einen Verlierer. Papiere der Zara-Mutterkonzerns Inditex gaben knapp ein halbes Prozent ab. Bei den Sektoren zeigten sich vor allem Technologiewerte mit Aufschlägen: so legten die Papiere von Schneider Electric und Philips um jeweils mehr als 2 Prozent zu.

In Madrid haben die Aktien der CaixaBank um 4,57% an Wert gewonnen. CaixaBank hatte zuletzt zugestimmt, 80 Prozent seines Immobilienvermögens sowie seines Immobiliendienstleistungsgeschäfts an den Private-Equity-Fonds Lone Star zu verkaufen.

Das Scheitern der Deutschen Bank beim Stresstest in den USA hat Anleger in Frankfurt am Freitag kalt gelassen. Die Aktien lagen zu Mittag 0,87 Prozent im Plus. Die Deutsche-Bank-Titel waren kürzlich auf ein Rekordtief von 8,76 Euro gefallen.

In London verteuerten sich Aktien des Rüstungsunternehmens BAE Systems um 2,75 Prozent. Zuletzt wurde bekannt, dass das Unternehmen neun Schiffe für die australische Marine anfertigen soll. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 35 Mrd. australischen Dollar. Produktionsbeginn ist im Jahr 2020.

Ebenfalls im Plus zeigten sich im Londoner „Footsie“ die Papiere des Chipherstellers Micro Focus. Sie führten mit mehr als 5 Prozent Plus die Gewinnerliste an.

Im weit gefassten Euro-Stoxx-Index fielen Aktien des belgisch-holländischen Pharmakonzerns Galapagos auf. Sie stürzten am Freitag zu Mittag um mehr als 8 Prozent ab. Zuletzt wurde bekannt, dass der Konzern die Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Abbvie überdenken will.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA301 2018-06-29/12:48